"Zuschauern eine gute Show bieten"

3. Juli 2006, 09:54
21 Postings

Michael Schumacher ist vor USA-Grand-Prix hoch motiviert, die Farce vom Vorjahr ist längst nicht vergessen

Indianapolis - Ein Jahr nach dem geschenkten Sieg will Michael Schumacher in Indianapolis seine wahre Klasse zeigen und WM-Spitzenreiter Fernando Alonso eine Lektion erteilen. "Das Gute am Speedway ist, dass man dort überholen kann", kündigte der Ferrari- Star vor dem Großen Preis der USA auf dem weltberühmten Oval waghalsige Manöver an.

Der in der Fahrerwertung mit 25 Punkten hinter dem Spanier liegende Kerpener hat im WM-Kampf noch lange nicht aufgegeben und ist hoch motiviert: "Ich freue mich auf das Rennen. Wir wollen den Zuschauern eine gute Show bieten."

2005 gab es Pfiffe

Nach dem Reifen-Eklat vor zwölf Monaten war Schumacher bei der Siegerehrung von den Formel-1-Fans gnadenlos ausgepfiffen worden. Verstanden hat er es nicht. Daueroptimist Schumacher, dessen Indy-Sieg der einzige im vergangenen Jahr blieb, glaubt jedoch nicht an einen großen Imageschaden: "Ich gehe davon aus, dass wir genügend Fans haben, die uns treu bleiben und uns auch in diesem Jahr unterstützen werden."

"Ferrari und die anderen Bridgestone-Teams konnten an dem Tag nichts dafür, dass Michelin nicht in der Lage war, den Reifen zu bauen, der das Rennen aushält. Warum soll man den bestrafen, der seine Arbeit macht?", sagte Ralf Schumacher vor den 73 Runden über 306,016 Kilometer am Sonntag (19:00 Uhr/RTL und Premiere) der dpa. Der Toyota-Pilot war im Vorjahr einer jener Fahrer, die im Training verunglückt waren.

Als die mit Michelin-Reifen fahrenden Teams aus Sicherheitsgründen nach der 4,192 Kilomter langen Einführungsrunde auf dem "Brickyard" wieder in die Box fuhren, war Ralf Schumacher schon wieder zu Hause. Der Rennarzt hatte ihm den Start verboten, denn im Jahr zuvor war der Kerpener schon einmal in die Mauer gekracht. Damals hatte er sich zwei Wirbel gebrochen und musste fast ein Vierteljahr pausieren.

Einheitsreifen kommt

In diesem Jahr fährt nicht nur Toyota neben Ferrari auf Bridgestone-Reifen. In der nächsten Saison werden wohl alle Teams auf den japanischen Pneus unterwegs sein, denn die Einführung des Einheitsreifens ist beschlossen. Die Japaner sind der Favorit für den Ausrüstervertrag, die Franzosen haben kein Gebot abgegeben.

Auch Fernando Alonso, der in Montreal den 100. Sieg für Michelin einfuhr, durfte vor einem Jahr wegen der Reifen-Problematik nicht starten. Nachdem der Spanier am Sonntag das Halbzeitrennen in Montreal gewonnen hatte, ist er bisher nur beim US-Grand-Prix nicht unter die ersten Drei gefahren.

"Nach dem Skandalrennen vor einem Jahr mit nur sechs Autos am Start ist es Fernando Alonso ein besonderes Anliegen, dass sich die Formel 1 den vielen Fans in Indianapolis diesmal von ihrer besten Seite präsentiert", teilte das Renault-Team mit. Dazu passe die Strategie, die sich der Weltmeister für den Rest der Saison zurechtgelegt habe: "Weiterhin attackieren und Rennen gewinnen."

Schumacher hat es ähnlich formuliert: "Die Strategie lautet jetzt Attacke." In Indianapolis will der 37-Jährige seine vermutlich allerletzte Chance nutzen und dem Spanier wichtige Punkte im WM-Rennen abnehmen: "Die WM ist für uns noch nicht beendet und solange sie offen ist, werden wir alles in unserer Macht stehende tun, sie doch noch für uns zu entscheiden. Mal schauen, was da noch möglich sein kann." Der WM-Dritte Kimi Räikkönen aus Finnland (McLaren-Mercedes) hat bereits 45 Punkte Rückstand auf Alonso.(APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Alles ready bei Ferrari.

Share if you care.