Aids-Epidemie führt zu Hungersnot

7. Juli 2006, 16:15
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Gefahr im südlichen Afrika: "Viele Menschen sind einfach zu krank, um auf den Feldern zu arbeiten"

Johannesburg - Im südlichen Afrika sind nach Angaben der Vereinten Nationen wegen der starken Ausbreitung des Aidsvirus etwa drei Millionen Menschen von Hunger bedroht. "Viele Menschen sind einfach zu krank, um auf den Feldern zu arbeiten oder Geld zu verdienen," teilte das UN-Welternährungsprogramm (WFP) am Mittwoch mit.

Daher seien trotz höherer Ernteerträge in diesem Jahr Hilfsmittel in Höhe von 85 Millionen US-Dollar (67,6 Mio. Euro) nötig, um die leidende Bevölkerung bis Dezember mit Nahrung zu versorgen. Der Ende des Jahres auf der südlichen Halbkugel beginnende Sommer könnte die Lage dabei noch verschärfen.

Höchster Verbreitungsgrad der Welt

Keine Region in der Welt ist von der Immunschwächekrankheit Aids so stark betroffen wie das südliche Afrika. Schätzungen zufolge ist dort in einigen Ländern etwa jeder Dritte Erwachsene mit HIV infiziert. Allein in Südafrika sind etwa fünf Millionen Menschen HIV-positiv.

Nach den Worten des WFP-Direktors James Morris konnten die Ernteerträge der Region in diesem Jahr angesichts stärkerer Regenfälle, besserem Saatgut und Dünger gesteigert werden. "Aber so lange HIV und AIDS im südlichen Afrika so stark verbreitet bleiben, werden viele Menschen in extrem harten Umständen leben, wenn es keine internationale Hilfe gibt", sagte Morris. (APA/Reuters)

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