Wohnzufriedenheit gestiegen

29. Juni 2006, 10:30
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Auch objektive Wohnqualität hat sich laut SORA-Studie verbessert - Positive Entwicklung betrifft alle Einkommensklassen

Wien - Erfreuliche Entwicklungen in Sachen Wohnen ortet das sozialwissenschaftliche Institut SORA in seiner Studie "Wohnzufriedenheit und Wohnqualität in Wien": Demnach ist bei der Wiener Bevölkerung in den vergangenen Jahren nicht nur die subjektive Wohnzufriedenheit, sondern auch die objektive Wohnqualität gestiegen. Profitiert haben sowohl armutsgefährdete Haushalte als auch finanziell besser gestellte Haushalte – wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß.

Objektive Verbesserungen

Der Vergleich mit den Ergebnissen einer bereits 1995 durchgeführten Erhebung zeigt eine Verbesserung insbesondere bei der objektiven Qualität des Wohnangebotes. So ist etwa die Ausstattung der Wohnungen mit Balkon oder Terrasse von 35% auf 45% und mit Lärmschutzfenster von 29% auf 43% gestiegen. Auch in der Ausstattung der Wohnanlagen sind laut der Studie Verbesserungen sichtbar: Die Anzahl der mit Aufzug versehenen Wohnhäuser ist von 42% auf 51% gestiegen. Zudem haben Wohnhausanlagen mit einer begehbaren Grünfläche haben im Vergleich zu 1995 deutlich zugenommen: von 32% auf 48%. Zugleich kann auch eine höhere Wohnzufriedenheit in verschiedenen Detailaspekten festgestellt werden, wie beispielsweise der Zufriedenheit mit der Lage der Wohnung.

Die größten Steigerungen hinsichtlich der objektiven Qualität des Wohnangebotes haben armutsgefährdete Personen mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft erreicht, allerdings immer ausgehend vom niedrigsten Niveau. So hat diese Gruppe nach wie vor eine schlechtere Ausstattung der Wohnung sowie der Wohnanlage und mindere Wohnumgebungsqualität als nicht armutsgefährdete gebürtige ÖsterreicherInnen und armutsgefährdete Eingebürgerte.

Tendenz zu kleineren Wohnanlagen

In allen analysierten Bevölkerungsgruppen wurde eine Tendenz hin zu kleineren Wohnhäusern bzw. Wohnanlagen festgestellt. Es dominieren dennoch Wohngebäude mit bis zu 30 Wohnungen. Die Wohnungsgrößen sind für alle betrachteten Bevölkerungsgruppen zwischen 1995 und 2003 gestiegen.

Deutlich erhöht haben sich im Vergleichszeitrum auch die Wohnungskosten. Wegen der Fragestellung zwischen 1995 und 2003 konnte der Anstieg allerdings nicht exakt beziffert werden. Die höchste relative Steigerung bei den monatlichen Wohnungskosten pro Quadratmeter gab es unter den kinderlosen Haushalten mit Doppeleinkommen, den armutsgefährdeten kinderreichen Haushalten sowie bei den armutsgefährdeten Eingebürgerten.

Das SORA-Institut führte die Studie im Auftrag der MA 50 (Referat Wohnbauforschung) durch. (red)

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    Bei der Wiener Bevölkerung ist sowohl die subjektive Wohnzufriedenheit als auch die objektive Wohnqualität in den letzten Jahren gestiegen, attestiert die SORA-Studie "Leben und Lebensqualität in Wien II".

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