Fernandez Ordonez wird Spaniens neuer Notenbank-Chef

27. Juli 2006, 13:52
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Der 61-jährige, wegen seiner Initialen kurz "Mafo" genannt, ist der Wirtschaft als unauffälliger Beamter mit konventionellen Ansichten bekannt

Madrid - Trotz scharfer Kritik der Opposition hat die spanische Regierung den ehemaligen Finanzstaatssekretär Miguel Angel Fernandez Ordonez als nächsten Chef der spanischen Zentralbank nominiert.

"Ich möchte vor allem seine Arbeit bei der Liberalisierung des Finanzsystems herausheben", sagte Spaniens Finanzminister Pedro Solbes am Mittwoch in einem Parlamentsausschuss in Madrid. Nach seiner Nominierung zum neuen Gouverneur der Bank von Spanien durch Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero ist Ordonez' Ernennung durch den König nur noch eine Formsache. Er löst den bisherigen Notenbank-Chef Jaime Caruana am 12. Juli ab.

Unauffälliger Beamter

Der 61-jährige Fernandez Ordonez, wegen seiner Initialen kurz "Mafo" genannt, ist der Wirtschaft als unauffälliger Beamter mit konventionellen Ansichten bekannt. Analysten erwarten, dass er Caruana wohl nicht nur auf seinen Posten folgt, sondern auch dessen vorsichtigen geldpolitischen Kurs fortsetzt. Fernandez Ordonez wird künftig im Rat der Europäischen Zentralbank über die Geldpolitik für die Euro-Zone mitbestimmen. Als ehemaliger Mitarbeiter der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds hat Ordonez sich einen Ruf als orthodoxer Wirtschaftsexperte aufgebaut. Der studierte Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler saß bereits seit März im Rat der spanischen Notenbank.

Ehemaliger Finanzstaatssekretär

Als ehemaliger Finanzstaatssekretär stieß er jedoch zuvor auf scharfe Ablehnung der konservativen Oppositionspartei. Er sei politisch voreingenommen und damit ungeeignet als Gouverneur der Bank von Spanien, erklärte die Volkspartei am Dienstag. Verhindern kann die Opposition die Berufung jedoch nicht. Die Kritiker werfen dem Regierungschef vor, gegen die Tradition verstoßen zu haben, den Zentralbank-Chef im Einvernehmen aller Parteien zu bestimmen. "Er wurde von Solbes vorgeschlagen und ist seiner fiskalpolitischen Position nahe, die jedoch nicht übermäßig links ist", sagte Jose Garcia Zarate, Volkswirt von der Beratungsfirma 4cast. An seiner Arbeit im Finanzministerium kritisierte die Opposition, er sei bei der Steuerreformen nicht weit genug gegangen. (APA/Reuters)

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