Hadern mit dem Schiedsrichter

28. Juni 2006, 15:29
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Spanier nach WM-Out über Freistoß vor 2:1 verärgert - Torres: "Wenn diese Mannschaft reift, kann sie große Dinge vollbringen"

Hannover - Für Spanien bleiben die Franzosen in großen Fußball-Turnieren ein rotes Tuch. Nach der EM-Final-Niederlage 1984 und dem EM-Viertelfinal-Out 2000 zogen die Iberer auch in ihrer ersten WM-Partie gegen die "Equipe Tricolore" den Kürzeren und mussten nach dem Achtelfinale Abschied nehmen. Nach der Niederlage im "Generationen-Duell" (die Spanier waren im Schnitt fünf Jahre jünger) haderten die Aragones-Schützlinge mit dem italienischen Schiedsrichter Roberto Rosetti.

Grund für die Kritik war die Freistoß-Entscheidung des Referees nach einem Zweikampf zwischen Carles Puyol und Thierry Henry, auf die das vorentscheidende 2:1 folgte. "Für mich war das kein Foul. Wenn, dann war es ein Foul von ihm, denn er ist von hinten gekommen und mit mir zusammengestoßen", ärgerte sich der Barcelona-Verteidiger. Sein Teamchef Luis Aragones vertrat die gleiche Ansicht. "Der Freistoß war nicht berechtigt, aber ich will mich nicht über den Schiedsrichter beklagen."

"Ergebnis gibt nicht den Spielverlauf wieder"

Nach Ansicht des Trainers müssen die Spanier unberechtigterweise die Heimreise antreten. "Insgesamt waren wir nicht schlechter als die Franzosen. Das Ergebnis gibt nicht den Spielverlauf wieder." Allerdings räumte der 67-Jährige auch ein, dass seiner Truppe die mangelnde Routine zum Verhängnis wurde. "Uns fehlt diese spezielle Erfahrung, wie man in so einer K.o.-Turnier-Phase agiert. Unser Ziel war, nahe an Top-Teams wie Frankreich heranzukommen, aber wir haben zwei Fehler gemacht und einen hohen Preis dafür bezahlt."

Im Vorfeld des Turniers hatte Aragones zwar angekündigt, bei einem WM-Abgang vor dem Viertelfinale den Hut zu nehmen, mittlerweile liebäugelt der Coach aber offenbar mit einem längeren Verbleib. "Ich werde ein paar Tage abwarten, mit dem Verband sprechen und mich dann entscheiden." RFEF-Präsident Angel Maria Villar erklärte: "Der Trainer hat gute Arbeit geleistet. Wir wollen, dass er bleibt."

"Ein junges Team, das noch viel lernen muss"

Tatsächlich bastelte Aragones aus einigen Jungstars eine offensiv eingestellte Mannschaft, die zumindest in ihren Gruppenspielen überzeugte. "Wir haben ein junges Team, das noch viel lernen muss, aber das kann noch einmal eine wirklich gute Mannschaft werden. Unsere Spieler werden wieder ihre Chance bekommen", war der Trainer nach der ersten Niederlage der zuvor in 25 Länderspielen ungeschlagenen Iberer überzeugt.

Auch Goalgetter Fernando Torres, der gegen die Franzosen farblos blieb, blickte schon in die Zukunft. "Fast alle von uns werden bei der nächsten WM dabei sein. Wenn diese Mannschaft reift, kann sie große Dinge vollbringen."(APA/Reuters)

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    Betretenes Schweigen.

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