Auslandsinvestitionen in OECD-Ländern 2005 um 27 Prozent gestiegen

27. Juli 2006, 14:20
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Investitionen in Österreich mit 8,9 Mrd. Dollar mehr als verdoppelt - Rekordzunahme der Investitionen in China

Paris - Die ausländischen Direktinvestitionen in den OECD-Ländern haben laut einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im Vorjahr um 27 Prozent auf 622 Mrd. US-Dollar (495 Mrd. Euro) zugenommen.

2004 betrugen sie nach den Angaben 491 Mrd. Dollar und 2003 noch 465 Mrd. Dollar. 2005 wurden nach den Angaben die stärksten Investitionen seit 2001 verzeichnet, und auch die Prognose für 2006 ist positiv, heißt es in der am Mittwoch in Paris veröffentlichten Studie.

In Österreich stiegen die Direktinvestitionen aus dem Ausland von 3,7 Mrd. Dollar im Jahr 2004 auf 8,9 Mrd. Dollar im Vorjahr. Die österreichischen Direktinvestitionen im Ausland nahmen nach den Angaben in derselben Zeitspanne von 7,4 Mrd. Dollar auf 9,4 Mrd. Dollar zu.

Eine starke Zunahme von 4 auf 11 Mrd. Dollar erreichten auch die Auslandsinvestitionen in Tschechien. Die tschechischen Investitionen im Ausland sanken dagegen von 1 Mrd. Dollar auf 900 Mio. Dollar. In Ungarn stiegen die Investitionen aus dem Ausland von 4,7 auf 6,7 Mrd. Dollar. Die ungarischen Direktinvestitionen stiegen von 1,1 auf 1,3 Mrd. Dollar. In Polen waren die Auslandsinvestitionen von 12,4 auf 7,7 Mrd. Dollar rückläufig, während die polnischen Investitionen von 0,8 auf 1,5 Mrd. Dollar stiegen.

Großbritannien profitiert am meisten

Nach Angaben des Berichts "Trends and Recent Developments in Foreign Direct Investment" profitierte Großbritannien mit 165 Mrd. Dollar Investitionen aus den OECD-Ländern am meisten von diesem Aufschwung. Es handelt sich nach den Angaben um die größten je erreichten Direktinvestitionen, die das Dreifache in Bezug auf die 56 Mrd. Dollar von 2004 erreichten. Dies lässt sich teilweise durch die Restrukturierung von multinationalen Konzernen wie Royal Dutch Shell erklären, teilweise aber auch durch große transnationale Ankäufe und Fusionen wie etwa die Übernahme von Peninsular & Oriental Steam Navigation Company durch Dubai Ports World der Vereinten Arabischen Emirate für 8,2 Mrd. Dollar.

Frankreich am aktivsten

Das aktivste Investitionsland im Ausland war 2005 laut Studie mit insgesamt 116 Mrd. Dollar Frankreich. Dies ist nach den Angaben vor allem auf den Ankauf einiger großer ausländischer Unternehmen durch in Frankreich angesiedelte Gesellschaften zurück zu führen. Die vier größten Transaktionen erreichten nach den Angaben 48 Mrd. Dollar.

Außerhalb der OECD-Zone schlägt nach den Angaben China alle Rekorde. Die Direktinvestitionen in diesem Land erreichten im Vorjahr 72 Mrd. Dollar. Dieses in China noch nie erreichte Niveau wurde bloß von Großbritannien und den USA (109,8 Mrd. Dollar) geschlagen. Zugenommen haben auch die chinesischen Direktinvestitionen im Ausland, die laut Schätzungen 7 Mrd. Dollar erreichten. Dabei beschränkten sich die chinesischen Investitionen nicht mehr allein auf natürliche Ressourcen und Rohstoffe, sondern sie erweiterten sich auch auf den High-Tech-Sektor. (APA)

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