Wenn Sanddünen "singen": Forscher gehen der Ursache nach

7. Juli 2006, 17:05
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Synchronizität der schwingenden Sand­körner entscheidend - dafür offenbar Zusammenspiel verschiedener Faktoren notwendig

Paris - Manche säuseln leise vor sich hin, andere dröhnen so laut, dass China-Reisender Marco Polo sie einst mit Kriegstrommeln und Waffenlärm verglich: Singende Dünen faszinieren seit Jahrhunderten die Forscher - und nur einige Dutzend in der Welt tun dies. Ein Team des Forschungszentrums CNRS an der Universität Paris-VII wartet in der Zeitschrift "Physical Review Letters" nun mit Erklärungsversuchen für das Phänomen auf. Klar ist demnach, dass der brummende "Gesang" in einem sehr niedrigen Frequenzbereich durch Sandlawinen ausgelöst wird.

In Laborversuchen fanden der Physiker Stephane Douady und sein Team heraus, dass die Töne durch Millionen Sandkörner produziert werden, die durch den Wind in Bewegung versetzt werden. In sich langsam bewegenden Sandlawinen geraten die Körner in Schwingung und produzieren dadurch auch Schallwellen, die von der Geschwindigkeit der Bewegung abhängen. Schwingen die Körner synchron, verstärkt sich der Ton, der in der Natur bis zu hundert Dezibel - ungefähr die Lautstärke einer Autohupe - erreichen kann und teils kilometerweit zu hören ist.

Durch ihre Versuchsreihen sind die französischen Forscher inzwischen davon überzeugt, dass der Feuchtigkeitsgrad, die Form der Sandkörner und eine Art "Wüstenlack" aus Kalkspat und Ton eine entscheidende Rolle dabei spielen, dass die Sandkörner synchron in Schwingung geraten. (APA)

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