Neue Variante im Tafel-Poker

29. Juni 2006, 14:07
84 Postings

"Lösung 15/10" brächte um zehn zweisprachige Schilder weniger als im Schüssel-Entwurf und um acht mehr als von BZÖ gefordert

Klagenfurt - In den Verhandlungen um eine Lösung der Kärntner Ortstafel-Frage steht jetzt eine neue Variante zur Diskussion. Wie die APA am Mittwoch erfuhr, geht es dabei um die Lösung 15/10. Dies würde bedeuten, dass in allen Gemeinden mit einem Mindestanteil von 15 Prozent slowenisch-sprechender Bevölkerung und in allen Ortschaften mit einem solchen von zehn Prozent zweisprachige Ortstafeln aufgestellt würden.

Insgesamt wären davon acht Gemeinden und 130 Ortschaften betroffen. Gegenüber dem Verordnungsentwurf von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V), der insgesamt 158 Tafeln vorsieht, würde dies ein Minus von zehn Gemeinden und 28 Ortstafeln bedeuten. Allerdings gäbe es um acht zweisprachige Ortsbezeichnungen mehr als bei der "Formel 15/15", die von den Slowenen-Organisationen abgelehnt wird und dem Vernehmen nach bei den Gesprächen auf Wiener Ebene schwer durchsetzbar sei.

Betroffen und nicht betroffen

In die Ortstafel-Regelung fielen demzufolge Ludmannsdorf, Zell, St. Jakob im Rosental, Bleiburg, Eisenkappel-Vellach, Feistritz ob Bleiburg, Globasnitz und Sittersdorf. Nicht mehr betroffen wären die Gemeinden Ebenthal, Feistritz im Rosental, Ferlach, Keutschach, Köttmannsdorf, St. Margareten im Rosental, Eberndorf, Gallizien, Neuhaus und St. Kanzian am Klopeinersee.

In der vom BZÖ eingebrachten Variante 15/10 mit 130 Ortstafeln ist den Informationen zufolge auch eine Bestandsgarantie für die bestehenden Tafeln enthalten. (APA)

Share if you care.