"Top Secret - Streng geheim": Spionage-Doku im ORF 2-Sommerprogramm

19. Juli 2006, 13:52
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Fünf Folgen im ORF 2-Abendprogramm sollen Licht ins dunkle Geschäft der Geheimagenten bringen - Sendestart 14. Juli

Eine ausgedehnte Dokumentation über die Geschichte und Gegenwart der Spionage zu drehen und dabei die legendäre Mata Hari in gerade mal drei Minuten abzuhandeln, ist neu. Neu ist auch die fünfteilige ORF-Doku-Reihe "Top Secret - Streng geheim", die vom Sender - wenig geheim - als Highlight im Sommerprogramm gehandelt wird. Die Koproduktion von ORF, BR und RBB, die am Freitag, 14. Juli, um 21.20 Uhr erstmals auf Sendung geht, soll in je 45 Minuten ein wenig Licht in das dunkle Geschäft der wichtigen Geheimagenten des vergangenen Jahrhunderts bringen.

Idee und Konzeption von ORF-Sprecher Kallinger

Grund für den Kurzauftritt der Mata Hari, die als vermeintliche Spionin für das Deutsche Reich hingerichtet wurde, ist, dass sie "in Wahrheit eine miserable Spionin war, die nie brauchbare Infos weitergab", erfährt man in der Dokumentation. Ebenso erfuhren die Journalisten, die am Dienstagnachmittag zur Vorab-Präsentation gekommen waren, dass auch die Großmutter des SPÖ-Nationalratsabgeordneten Caspar Einem, Gerta-Luise von Einem, eine renommierte Vertreterin des undurchsichtigen Gewerbes war, die im Zweiten Weltkrieg in Frankreich wegen Spionage zum Tode verurteilt wurde, der Vollstreckung allerdings bis zu ihrem Freispruch nach dem Krieg immer wieder entwischen konnte.

Die Dokumentation, deren Idee und Konzeption aus der Feder von ORF-Sprecher Günther Kallinger stammen, widmet sich auch der Motivation der handelnden Figuren und fördert Spionage-Beweggründe von politischer Überzeugung über Liebe bis hin zur Geldgier zu Tage, ohne die Akteure als Helden oder Verräter zu stigmatisieren. Die Geschichten sind mit zahlreichen Zeitzeugenberichten (viele von ihnen treten laut ORF erstmals vor die Kamera), neu "ausgegrabenen" Originalfotos, -dokumenten und Rückblenden gespickt und werden durch Historikerkommentare untermauert. Insgesamt wurden mehr als 50 prominente Zeitzeugen, Experten und Spitzenverantwortliche und Akteure befragt.

"Authentizität und historische Korrektheit"

Man habe bei dem Vorhaben stets den Anspruch auf Authentizität und historische Korrektheit vor Augen gehabt, betonte Chefredakteur Werner Mück bei der Journalistenvorführung. Daher sei der Produktion eine sechsmonatige Recherche an den Originalschauplätzen wie Paris, Berlin, Moskau London und natürlich Wien - "der Hauptstadt des Dritten Mannes" - vorausgegangen. Mück ist vom Erfolg seines fünfteiligen Vorhabens durchaus überzeugt: "Ich halte das für eines der spannendsten Sommerprogramme, die wir je gemacht haben". (APA)

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