Fettsäuren-Anteile in der Milch untersucht

7. Juli 2006, 16:15
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Greenpeace: Gesunde Omega-3-Fettsäuren in Milch von Weidekühen am stärksten vertreten - Anteil bei Kraftfutter nur halb so groß

München - Kühe auf der Weide geben nach Angaben von Greenpeace Milch mit besonders viel gesunden Fettsäuren. Mit steigendem Anteil an Kraftfutter und Mais anstelle von frischem Gras seien hingegen immer weniger dieser Fettsäuren in der Milch enthalten, berichtete die Umweltorganisation am Mittwoch in München. Die Universität Kassel hatte Milchproben aus 15 Molkereien in ganz Deutschland untersucht. Dabei war der Anteil an so genannten ungesättigten Omega-3-Fettsäuren in ökologisch erzeugter Milch doppelt so groß wie bei Milch aus Intensivtierhaltung.

Die regelmäßige Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren über das Essen könne helfen, Krankheiten vorzubeugen. Bei der Vermeidung von Herzinfarkten und zur Vorbeugung von Krebserkrankungen werden Omega- 3-Fettsäuren besondere Bedeutung beigemessen. Die niedrigsten Anteile an Omega-3-Fettsäuren lagen den Angaben zufolge bei 0,5 Milligramm pro Gramm Fett, bei Weidekühen war es ein Milligramm, Spitzenbetriebe schafften sogar bis zu zwei Milligramm. "Mit einem Liter guter Milch kann man fast den halben Tagesbedarf decken", erläuterte der Landwirtschaftsexperte von Greenpeace in Deutschland, Martin Hofstetter.

"Das Futter ist entscheidend"

Die Milch aus konventioneller Landwirtschaft hatte ähnlich gute Werte wie Ökomilch, wenn die Kühe auf der Weide standen. "Das Futter ist entscheidend. Auch konventionelle Milch kann richtig gut sein, wenn die Tiere richtig gefüttert werden", sagte Hofstetter. "Es hat mich allerdings schon überrascht, wie groß die Unterschiede innerhalb der Milch aus konventioneller Landwirtschaft sind."

Auch im Winter sei die Qualität der Milch besser, wenn die Kühe mit Heu gefüttert würden und nicht mit Kraftfutter, sagte Hofstetter. "Ausgepowerte Hochleistungskühe geben einfach keine gute Milch." Die Studie habe auch ans Licht gebracht, dass nicht alle Produkte, die mit "Alpenmilch" oder "Milch aus Grünlandhaltung" betitelte seien, auch diese Milch enthielten. Das sei Verbrauchertäuschung. (APA/dpa)

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