"Sehr viel Porzellan zerschlagen"

10. Juli 2006, 20:32
46 Postings

Keine Mandate für Gewerkschafter: Burgstaller über Gusenbauers Vorgangsweise unglücklich, in der Sache sei aber vieles richtig

Wien - Als "Fehler" hat Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller den Alleingang von SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer bezeichnet, Spitzengewerkschafter nicht mehr im Nationalrat haben zu wollen. "Es wurde sehr viel Porzellan zerschlagen", zeigt sich Burgstaller laut Vorausmeldung von "News" auch unglücklich über die Vorgangsweise.

Jetzt gehe es um Schadensbegrenzung: "Es wäre auch absurd zu sagen, das war alles nur ein Lüftchen. Es war schon eine ordentliche Böe. Es war sicher die Form überhaupt nicht in Ordnung. Man muss vorher überlegen, was da ausgelöst wird."

"Wollen nicht unbedingt den Weg der Selbstzerstörung"

Dennoch halte die SPÖ ihren Vorsitzenden "selbstverständlich": "Wir wollen ja nicht unbedingt den Weg der Selbstzerstörung beschreiten." Gusenbauer sei in einer "wirklich nicht beneidenswerten Situation. Er hat sich das nach seinem Einsatz in den letzten Jahren nicht verdient. Wir haben gemeinsam enorm viel an Konzepten erarbeitet - Dinge, die die SPÖ nicht getan hat, als sie in der Regierung war. Die Startklar-Tour war ein voller Erfolg. Das jetzt war ein Fehler, aber jeder kann Fehler machen. Man darf nur nicht immer den gleichen machen. Er bemüht sich und hat schwierigste Rahmenbedingungen. Jetzt müssen alle zusammenhalten."

Burgstaller selbst will weiterhin in Salzburg bleiben, wie sie das versprochen habe: " Ich will mich weiter in den Spiegel schauen können."

"Flurschaden"

Burgstaller betont in einer Aussendung "in der Sache selber ist vieles ganz richtig". Allerdings "wurden durch die verfrühte Diskussion sehr viele Menschen verunsichert, die meinen, wir wollen gar keine Gewerkschaften mehr", so Burgstaller. "Das ist der Flurschaden, der angerichtet wurde".

Die Diskussion müsse jetzt schnell beendet werden. "'Aber sie ist nur der Ausdruck einer Unzufriedenheit. Es geht da doch nur um eine Handvoll Spitzenfunktionäre, die ihre Mehrfachfunktionen reduzieren sollen. Entscheidend ist aber doch, dass eine künftige Bundesregierung in Sozial-, Gesundheits- und Pensionspolitik endlich wieder gerechtere Maßstäbe setzt. Das ist wohl auch ÖGB-Funktionären klar".

Angesprochen auf verheerende Wahlaussichten sagte Burgstaller, "ich will nicht negieren, dass es uns nicht gut geht. Aber es gibt immer noch eine Chance. Das öffentliche Hick-Hack gehört sofort abgestellt - und dann volle Kraft in die Wahl". (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Burgstaller hält "selbstverständlich" an SPÖ-Chef Gusenbauer fest: "Wir wollen ja nicht unbedingt den Weg der Selbstzerstörung beschreiten."

Share if you care.