Neuauflage von Finale 1998

1. Juli 2006, 23:13
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Deja-vu für Brasilien und Ronaldo gegen Frank­reich: "1998 vergessen" - Parreira: "An Revanche denkt keiner"

Dortmund - Deja-vu für Brasilien und Ronaldo: Der Rekord-Torjäger kann nun seine Weltmeisterschafts-Quote ausgerechnet gegen Frankreich ausbauen. Der Viertelfinal-Schlager zwischen den Fußball-Weltmeistern von 2002 und 1998 am Samstag in Frankfurt ruft sein Endspiel-Trauma von vor acht Jahren mit den mysteriösen Umständen in Erinnerung. "Wir müssen die Partie wie ein Finale sehen, aber das Endspiel von damals vergessen. Das wird ein großes Spiel", sagte der Stürmerstar, der mit seinem 15. WM-Treffer beim 3:0 (2:0) gegen Ghana Gerd Müller als erfolgreichster WM-Torschütze abgelöst hat.

"Das ist ein Klassiker des Weltfußballs", kommentierte Teamchef Carlos Alberto Parreira die brisante Konstellation, betonte aber auch: "An Revanche denkt keiner."

Zwölf von damals dabei

Zwölf Spieler aus den aktuellen Kadern von Brasilien und Frankreich waren beim Finale 1998 dabei. Bei der "Selecao" standen der heutige WM-Rekordtorschütze Ronaldo sowie Kapitän Cafu und Außenverteidiger Roberto Carlos im Stade de France von Paris auf dem Platz. Torwart Dida sowie die Mittelfeldspieler Emerson und Ze Roberto erlebten die 0:3-Niederlage von der Bank aus mit.

Bei den Franzosen spielten der Superstar und zweifache Torschütze Zinedine Zidane, Torwart Fabien Barthez und Lilian Thuram. Patrick Vieira wurde eingewechselt. Die Angreifer Thierry Henry und David Trezeguet mussten zuschauen. Mario Zagallo, der heutige Technische Koordinator im brasilianischen Team, war damals Chefcoach beim Verlierer.

Ronaldos Schwächeanfall vor dem Spiel

Zidane erzielte damals beim 3:0-Triumph der Franzosen zwei Tore, für die größten Schlagzeilen aus brasilianischer Sicht hatte jedoch sein heutiger Klubkollege Ronaldo gesorgt. Die Ursachen für seinen Schwächeanfall vor dem Spiel ist bis heute ungeklärt und beschäftigten sogar das brasilianische Parlament. Der Angreifer lieferte dann seine schwächste WM-Partie ab und wurde in der Heimat von vielen für den verlorenen Titel verantwortlich gemacht. Gerüchte, wonach er von Sponsor Nike gezwungen worden war aufzulaufen, konnten nie bewiesen werden.

Mit seinem 63. Tor im 96. Länderspiel hat Ronaldo seine Klasse am Dienstag erneut unter Beweis gestellt, auch wenn er gegen Ghana kaum auffiel. "Sein Name steht jetzt in den Geschichtsbüchern. Ronaldo ist ein Top-Scorer, ein Spieler für wichtige und große Momente", lobte Parreira den dreifachen "Weltfußballer des Jahres". "Ich will den Rekord weiter steigern, aber dabei nicht vergessen, dass mein Hauptziel bei der WM ist, den Titel zu gewinnen", meinte Ronaldo.(APA/dpa)

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    Henry und Zidane haben einiges vor.

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