Die "sichere Hafen für Webmaster" ist abgebrannt

9. Juli 2007, 11:35
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Sealand, die ehemalige britische Militärstation, welche als umstrittene Offshore-Hostingplattform genutzt wurde, ist schwer beschädigt

Sealand, der "sichere Hafen für Webmaster" so die Definition des selbsternannten Regierungschefs Paddy Roy Bates aka Fürst von Sealand, wurde von einem Feuer schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Sealand

Sealand ist eine ehemalige britische Militärstation, die rund 10 Kilometer vor der Küste von Suffolk, England liegt. Am 2. September 1967 wurde diese von Paddy Roy Bates besetzt, der als Betreiber eines Piratensenders von den britischen Behörden verfolgt wurde, und wenig später die Unabhängigkeit proklamierte. Seit 2000 bietet die Firma "HavenCo" dort das laut Eigendefinition "sicherste Webhosting der Welt" an. Sealand wurde nie international als Staat anerkannt und liegt seit der Ausdehnung auf eine Zwölfmeilenzone innerhalb der britischen Hoheitsgewässer.

Teures Vergnügen

Zu sehr "exquisiten" Preisen können auf Sealand Webseiten gehostet werden. Laut von Ryan Lackey, dem Gründer der Firma HavenCo, der mittlerweile aus dem Unternehmen ausgestiegen ist, sei dieser Geschäftszweig aber wenig profitabel. Das Unternehmen wird seit einiger Zeit von Bates Sohn Michael geleitet.

Feuer

Schon am 23. Juni 2006 ist ein Feuer auf Sealand ausgebrochen, das laut letzten Meldungen offenbar von einem Generatordefekt verursacht wurde. Ein Fischer alarmierte britische Feuerwehreinheiten, die den Brand zwar unter Kontrolle bringen konnten, durch ihr Löschwasser aber weitere Schäden verursachten. Ein Sicherheitsmann wurde in ein Spital in Ipswich gebracht. Laut offizieller Meldung verursachte der Brand auf der Plattform über eine halbe Million Pfund Schaden. Die "königliche Familie" bietet auf der offiziellen Webseite nun um Spenden und kündigte an, das Königreich wieder aufbauen zu wollen.

Das Feuer brach am Freitag aus und zerstörte die Hälfte der Plattform. Als Ursache wird ein Generator angegeben, der Feuer fing. Sitedowns sind momentan noch keine bekannt, die Webseiten der Havenco sowie der nicht anerkannten Regierung Sealands sind zu erreichen. Die Server scheinen jedenfalls noch angebunden zu sein und zu laufen: Cracks.am hostet auf Sealand, die Webseite ist on und der Traceroute löst auf havencoms Server auf. Von der Nutzung der Seite muss indessen abgeraten werden: Nutzer müssen sich per Mail registrieren und dürften anschließend ein geflutetes Postfach vorfinden.(red)

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