Spyware-Hersteller versetzt eigener Software Todesstoß

7. Juli 2006, 10:40
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Gator-Nachfolgefirma fordert Anwender zur Deinstallation auf

Der Ad- und Spywarehersteller Gator, der sich unter dem Namen Claria neu formiert hat, hat seine Anwender zur Deinstallation der eigenen Software aufgefordert. Bereits in Windows-95-Zeiten hatte Gator mit ungeliebten Werbe-Popups und Adware-Programmen zweifelhaften Ruhm erreicht. Mit der Änderung des Firmennamens und dem absehbaren Ende der Werbetätigkeiten rund um das ehemalige Gator-Angebot GAIN, das im Schlepptau unzähliger Software zu finden ist, will man nun den Neustart sowie einen Imagewechsel schaffen.

Geschichte

Bereits im März dieses Jahres hatte Claria das Ende seiner Adware-Tätigkeiten angekündigt und statt dessen die Softwarelösung PersonalWeb in Aussicht gestellt, die zur personalisierten Darstellung von Webinhalten verwendet werden kann. Mit 1. Juli soll das Werbenetzwerk GAIN nun tatsächlich Geschichte sein. Das Sammeln, Auswerten und Weitergeben von Userdaten bezüglich ihres Surfverhaltens soll mit 1. Oktober eingestellt werden. Claria empfiehlt nun den Mio. von Anwendern, die GAIN-basierte Software auf ihren Geräten haben, zur schleunigen Deinstallation. Claria könne nicht garantieren, dass die betroffenen Programme nach dem Ende des GAIN-Dienstes noch richtig funktionieren werden, so das Unternehmen.

Problematisch

"Es ist natürlich immer problematisch, wenn ein Spy- oder Adware-Programm als Basis für verschiedene Anwendungen dient. Für eine erfolgreiche Deinstallation müssen die Spuren dann erst einmal gefunden werden", erklärt Peter Klein, Produktspezialist Home Consumer Plattform beim Sicherheitsanbieter F-Secure, auf Anfrage von pressetext. Die Aufmerksamkeit der Endnutzer bezüglich Ad- und Spyware sei in den vergangenen Jahren sicherlich größer geworden. Auch würden mittlerweile beinahe alle Antiviren-Hersteller entsprechende Anti-Ad- und Spywarelösungen in ihr Standardangebot integrieren, kann Klein durchaus einen positiven Trend ausmachen.

Simple

Mit einem simplen Ordnerlöschen ist es im aktuellen Gator-Fall selbstverständlich nicht getan. Im Gegenteil: Werden die Softwarepakete nicht sachgemäß deinstalliert und Komponenten nur oberflächlich gelöscht, kann die komplette Entfernung ohne entsprechende Zusatzsoftware mitunter schwierig werden. Selbst die Software-Deinstallation über die Systemsteuerung erweist sich gerade bei Adware-Programmen oftmals schwierig. Dass auch Claria mit Problemen rechnet, beweist deren Hinweis auf technische Hilfe per E-Mail-Support. (pte)

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Claria

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