Angst in Villach: Hang unter Wohnhäusern begann zu rutschen

30. Juni 2006, 14:13
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Statiker sollen Warnungen in den Wind geschlagen haben - Magistrat ordnete Überprüfung an

Villach - Bei einer Reihe von Villachern im Stadtteil Judendorf geht die Angst um. Bei Grabungsarbeiten für ein neues Gebäude ist ein Hang unterhalb von Wohnhäusern in Bewegung geraten: In Gärten klaffte die Wiese auseinander, an Umgrenzungsmauern riss der Beton und an einer Straße entstanden Risse im Asphalt. Angeblich haben die Statiker Warnungen der einheimischen Bevölkerung vor der Sensibilität des Hanges in den Wind geschlagen. Aufgedeckt wurde der Fall von der "Kleinen Zeitung".

Hangbewegung bei Aushubarbeiten für Bürogebäude

Der Schauplatz der bedrohlichen Situation befindet sich am Fuße des Tscheltschnigkogels. Zur Hangbewegung kam es bei Aushubarbeiten für ein Bürogebäude. Als die Brisanz der Lage erkannt wurde, wurde eine Gegenschüttung aufgebracht, um Schlimmeres zu verhindern.

Derzeit sind Experten dabei zu prüfen, ob der Hang möglicherweise noch weiter abrutschen und die darüber liegenden Häuser in Gefahr bringen könnte. Dazu werden Probebohrungen durchgeführt. Der für Bauangelegenheiten zuständige Vizebürgermeister Richard Pfeiler (S) will auch den Landesgeologen zu Rate ziehen.

Die Bewohnerin eines der betroffenen Häuser berichtete am Mittwoch, dass Einheimische vor der Gefährlichkeit des steilen Hanges gewarnt hätten. Diese Bedenken seien aber nicht ernst genommen und die Baubewilligung erteilt worden. Der Hang befindet sich unweit des Villacher Hausberges Dobratsch, der von Höhlen und unterirdischen Wassersystemen durchzogen ist.

"Wir haben jetzt große Angst, dass der Hang abrutscht, wenn es nach der langen Trockenheit womöglich zu schweren Regenfällen kommt", erzählt die Frau, deren Wohnung in einem Haus direkt oberhalb der neuen Baustelle liegt.

Lokalaugenschein mit Baupolizei und Landesgeologen

Der für Bauangelegenheiten zuständige Villacher Vizebürgermeister Richard Pfeiler (S) hat am Mittwoch eine mögliche Verantwortung der Stadt für die Hangrutschung im Stadtteil Judendorf zurückgewiesen. Die Baubewilligung sei erst nach Einholung eines Gutachtens erfolgt und mögliche Fehler im Zuge der Grabungsarbeiten seien nicht vorhersehbar gewesen.

Für die Wohnhäuser oberhalb der Baustelle am betroffenen Hang sieht der Politiker keine Gefahr gegeben. Es seien Gegenschüttungen vorgenommen und auf der Straße auf den "Tscheltschnigkogel" ein Lkw-Fahrverbot verfügt worden. Für Mittwoch Nachmittag hat Pfeiler die Baupolizei und den Landesgeologen zu einem Lokalaugenschein geladen. (APA)

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