Jubel und Gewalt in Paris

28. Juni 2006, 13:03
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Zwischen Party, Rauch­bomben und Tränengas in französischer Haupt­stadt - Ausschreitungen auch in Spanien

Paris/Madrid - Die Franzosen haben in der Nacht auf Mittwoch ausgelassen das rechtzeitige Erwachen des Fußball-Weltmeisters von 1998 gefeiert. Über 10.000 Menschen jubelten auf den Pariser Champs-Elysees über das 3:1 gegen Spanien und den damit verbundenen Einzug ins WM-Viertelfinale, wo am Samstag in der Neuauflage des Endspiels von 1998 Titelverteidiger Brasilien wartet.

In die Menge mischten sich allerdings auch einige Krawallmacher. Dutzende von ihnen warfen Rauchbomben auf die Polizei und zerstörten Schaufenster. Die Sicherheitskräfte antworten mit Tränengas. Am Triumphbogen plünderten die Fans unterdessen einen niederländischen Tulpen-Laster und warfen die Blumen in die Menge.

Auch in Spanien löste das Spiel Ausschreitungen aus. Auf dem Kolumbusplatz im Zentrum von Madrid, wo rund 20.000 Fans die Partie auf einer Riesenleinwand verfolgt hatten, griffen Randalierer die Polizei mit Flaschen an, die Beamten antworteten mit Schlagstöcken.

Die traurige Bilanz der Krawalle: Rund 50 Verletzte, unter ihnen zwei Polizisten, und zwölf Festnahmen. In der nahe gelegenen Serrano-Straße, einer der exklusivsten Einkaufsmeilen in Madrid, steckten gewalttätige Jugendliche ein Auto und einen Müllcontainer in Brand, andere warfen Fensterscheiben ein oder demolierten Ampeln. Augenzeugen berichteten von Chaos und Angst unter unbeteiligten Passanten. Zahlreiche Nachtschwärmer flüchteten sich in die noch offene Kneipen in der Gegend. Die große Mehrheit der Fans blieb aber friedlich, viele stimmten trotz allem "Espana"-Rufe an.(APA/dpa)

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    Jubel rund um den Arc de Triomphe.

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