Daimler pocht auf schnelle Lösung

27. Juli 2006, 19:50
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Der wegen des Ver­dachts auf Insiderhandel krisengeschüttelte Luft- und Raumfahrtkonzern EADS gerät nun auch von deutscher Seite immer weiter unter Druck

Frankfurt - Auch der EADS-Großaktionär DaimlerChrysler hat nun auf eine rasche Lösung der Krise bei dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern gedrängt. Die notwendigen Veränderungen müssten so schnell wie möglich herbeigeführt werden, sagte DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche dem "Wall Street Journal Europe" vom Mittwoch. "Dieses Unternehmen muss sich wieder auf das Geschäft konzentrieren", fügte er hinzu.

Sowohl die deutsche als auch die französische Finanzaufsicht, BaFin und AMF, ermitteln bei EADS wegen des Verdachts auf Insiderhandel. Probleme mit der Auslieferung des Superflugzeugs A380 der Konzerntochter Airbus hatten den Kurs der EADS-Aktie vor zwei Wochen einbrechen lassen. Kurz zuvor hatte Konzern-Co-Chef Noël Forgeard einen Teil seiner Anteile verkauft.

Ob DaimlerCrysler hinter den Kulissen auch auf eine Abschaffung der umstrittenen deutsch-französischen Doppelspitze drängt, wollte Zetsche mit Rücksicht auf die französische Seite nicht sagen. Es sei zwar nicht die optimale Lösung, aber auch kein unüberwindbares Hindernis auf dem Weg zu einem erfolgreichen Konzern, sagte er. Der mit 22,5 Prozent an EADS beteiligte deutsch-amerikanische Autokonzern stehe in harten Verhandlungen mit anderen Anteilseignern. An EADS sind neben dem französischen Staat auch die Medien- und Rüstungsgruppe Lagardère beteiligt. "Wir (die Anteilseigner) sollten spätestens in den nächsten Wochen zu einer Einigung kommen", sagte Zetsche. (APA/AFP)

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    DaimlerChrysler-Chef Zetsche: Die notwendigen Veränderungen müssen so schnell wie möglich herbeigeführt werden.

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