Brasilien auf der Rechnung

28. Juni 2006, 11:59
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ÖFB-Teamchef Hickers­berger sieht Selecao im Endspiel, Gegner des Ti­telverteidigers entweder Deutschland oder Argentinien

Wien - Österreichs Fußball-Teamchef Josef Hickersberger erwartet bei der Weltmeisterschaft in Deutschland entweder eine Neuauflage des Finales von 2002 oder eine Wiederholung des Endspiels um den Confederations Cup im Vorjahr. "Ich glaube, dass der Viertelfinal-Sieger aus Deutschland - Argentinien auf Brasilien trifft", erklärte der Niederösterreicher nach dem Ende der Achtelfinal-Begegnungen.

Von allen Teams in der Runde der letzten 16 hätten ihn die Deutschen am meisten beeindruckt. "Sie waren so gut, wie ich sie schon lange Zeit nicht mehr gesehen habe. Vor allem in der ersten Hälfte haben sie brillant gespielt", erklärte "Hicke", der beim 2:0-Erfolg des DFB-Teams in München gegen Schweden im Stadion gesessen war.

"Spanier sind etwas zu jung"

Im Gegensatz zur Klinsmann-Truppe hatten die "Gauchos" mit Mexiko mehr Probleme als erwartet. "Aber die Argentinier haben sich nach einem Rückstand noch durchgesetzt, das ist ein Zeichen von besonderer Klasse." Die WM-Generalprobe um den Confed-Cup 2005 in Deutschland hatten die Argentinier im Endspiel gegen Brasilien 1:4 verloren.

Auch die Franzosen verwandelten gegen Spanien einen Rückstand noch in einen Sieg. "Da hat sich die Erfahrung und Routine des Welt- und Europameisters durchgesetzt. Die Spanier sind etwas zu jung und haben ihre Führung nicht nützen können, obwohl sie mir spielerisch wieder gut gefallen haben", meinte Hickersberger.

Brasilien mit "viel Potenzial"

In der Neuauflage des WM-Finales von 1998 zwischen den Franzosen und Brasilien rechnet er mit einer erfolgreichen Revanche des Rekord-Weltmeisters. "Die Brasilianer haben bisher nur das Notwendigste gemacht und mit minimalem Aufwand viermal gewonnen. Obwohl sie nicht so wirken, sind sie im Moment stärker als man es ihnen zutraut. Sie haben noch viel Potenzial, spielen derzeit aber mit angezogener Handbremse."

Weit weniger Steigerungsvermögen sieht der Teamchef bei den Engländern. "Ihnen traue ich nicht mehr viel zu, weil sie im Angriff nur Rooney haben und Lampard und Gerrard nicht zu ihrer Form finden. Ich glaube nicht, dass England ins Semifinale kommt, allerdings muss Portugal Deco ersetzen, was fast unmöglich ist, und Beckham könnte wieder mit einen Freistoß treffen."

"Italien ist defensiv sehr stark"

Im Duell zwischen dem dreifachen Weltmeister Italien und WM-Neuling Ukraine sieht Hickersberger Totti und Co. in der Favoritenrolle. "Italien ist defensiv sehr stark und wird gewinnen, auch weil Schewtschenko nicht in Hochform ist", prognostizierte der frühere Rapid-Trainer, der sich derzeit in Österreich befindet, aber zum Semifinale am 5. Juli in München und zum Endspiel am 9. Juli in Berlin wieder nach Deutschland reisen wird.(APA)

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    Auf den Spuren von Tiger Woods.

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