Deutsche bleiben in Konsumlaune

12. Juli 2006, 10:44
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Die Konsumstimmung der Deutschen ist in diesem Sommer trotz gesunkener Einkommens- und Konjunkturerwartungen so gut wie seit Jahren nicht mehr

Berlin - Die Konsumstimmung der Deutschen ist in diesem Sommer trotz gesunkener Einkommens- und Konjunkturerwartungen so gut wie seit Jahren nicht mehr.

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) prognostizierte für Juli einen Anstieg des Konsumklimas auf 7,8 von revidiert 7,0 Punkten im Vormonat - der höchste Stand seit November 2001. Ausschlaggebend dafür sei die immer noch wachsende Bereitschaft der Verbraucher, größere Anschaffungen vor der Mehrwertsteuererhöhung 2007 zu tätigen, teilte die GfK am Mittwoch weiter mit. Die Anschaffungsneigung kletterte im Juni auf ein Allzeithoch von 54,2 Punkten und verbesserte sich damit noch einmal gegenüber dem Rekordwert vom Mai mit 49,8 Zählern.

Skeptische Einkommenserwartungen

Im Widerspruch hierzu stehen die skeptischen Einkommens- und Konjunkturerwartungen der deutschen Bundesbürger: "Offensichtlich befürchten die Konsumenten, dass die deutsche Wirtschaft trotz der belebenden Elemente der Fußballweltmeisterschaft nicht wirklich im Aufschwung begriffen ist und sich deshalb an der angespannten Lage auf dem Arbeitsmarkt nichts ändert", erklärten die Nürnberger Marktforscher. So sanken die Konjunkturerwartungen im Juni um 10,5 auf 20,4 Punkte; die Einkommenserwartungen sackten sogar um mehr als 14 auf minus 8,9 Punkte ab. Die hohen Ölpreise, die bevorstehende Steuererhöhung und die Diskussion um die Gesundheitsreform ließen die Verbraucher neue finanzielle Belastungen befürchten.

Zweigeteiltes Denken

"Das Denken deutscher Konsumenten scheint derzeit zweigeteilt", schlossen die Marktforscher. Daher sei nach wie vor unsicher, ob der Anstieg des Konsumklimas eine nachhaltige Trendwende bedeute. "Solange die Verbraucher ihre finanziellen Zukunftsaussichten skeptisch beurteilen, steht ihre derzeit ohne Zweifel sehr positive Neigung, Anschaffungen zu tätigen, auf tönernen Füßen", hieß es. Insbesondere fehlten klare positive Signale vom Arbeitsmarkt.

Die GfK-Umfrage wird seit Anfang der 1980er Jahre monatlich unter rund 2.000 Verbrauchern erhoben. (APA/Reuters)

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