Erste Raucher-Airline fliegt ab 2007

21. Juli 2006, 12:12
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"Smokers' International Airline" in Düsseldorf gegründet - 120 rauchfreundliche FlugbegleiterInnen gesucht

Düsseldorf - Am 26. März 2007 wird der erste Jumbo der Smoker's International Airways (Smintair) vom Düsseldorfer Airport nach Tokio abheben. "Wir liegen zwei Wochen vor unserem Zeitplan", sagt Unternehmensgründer Alexander Schoppmann und - zieht einmal kräftig an seiner Zigarette.

Der frühere Börsenmakler Schoppmann arbeitet seit rund zwei Jahren an seinem Projekt Raucher-Fluggesellschaft. Seinen Job als Broker in New York und anderen Börsenplätzen der Welt hat der 55-Jährige vor einigen Jahren hingeworfen und arbeitet seitdem als freier Unternehmensberater.

Start mit zwei Maschinen

Mit zwei geleasten Maschinen vom Typ Boeing 747 und rund 150 Beschäftigten am Boden und in der Luft will die Gesellschaft an den Start gehen. Derzeit werden Bewerbungsgespräche geführt. Gesucht werden unter anderem 24 Piloten und Co-Piloten sowie 120 Flugbegleiter. Bekennende Nicht-Raucher haben kaum eine Chance. Auf der Internetseite von Smintair heißt es lapidar: "Allergiker gegen Tabakrauch und militante Anti-Raucher mögen bitte von von einer Bewerbung absehen".

Dass der Aufbau von Smintair noch am Geld scheitern könnte, glaubt Schoppmann nicht. 40 Millionen Euro verlangt das Bundesluftfahrtamt als Mindestsumme für die Aufnahme des Betriebs. Die Lizenzerteilung stehe zwar noch aus, sei aber keine Hürde mehr. Schließlich will Schoppmann über Investoren und Sponsoren mehr als 100 Millionen Euro einsammeln.

Branche schmunzelt

In der Branche werden die Pläne indes mit Gelassenheit und zum Teil mit Schmunzeln beobachtet. "Lustige Idee", findet Marco Dadomo, Sprecher der Ferienfliegers LTU. Seitdem die Airline das Rauchen 1999 auf allen Flügen verboten habe, sei die Zahl der Passagiere noch gestiegen, sagt er. Im Forum airliners.de wird das Projekt kontrovers debattiert. Die Kommentare reichen von "endlich mal eine Alternative für einen langen Flug" bis zu "absoluter Schwachsinn".

"Schlechte Luft in Billigfliegern"

Den Beweis, dass Smintair überleben kann, muss Schoppmann erst erbringen: Smintair ist weder ein Billigflieger noch eine eingeführte Marke. Er wolle dem Billigflug-Trend "etwas entgegen setzen", sagt Schoppmann - skurrilerweise auch wegen der dort fehlenden Frischluft. "Um Kosten für Treibstoff zu sparen, wird kaum Frischluft mehr in die Kabinen geleitet, sondern vor allem verbrauchte Luft umgewälzt", kritisiert Schoppmann. Das solle bei Smintair anders werden.

Lounge im Oberdeck

Dabei setzt die Gesellschaft auf das obere Preissegment. In den beiden Flugzeugen wird es keine Touristenklasse geben, sondern nur die erste und eine Business-Klasse. Wie früher werde es auf dem Oberdeck, dort wo der Jumbo seinen Buckel hat, wieder eine Lounge geben, sagt Schoppmann. Und die Fluggäste sollen in den mit gerade einmal 138 Sitzen bestückten Jumbos komfortabel reisen.

"Spaß in der Bude" sollen die Passagiere haben, verspricht Schoppmann und sehnt sich zurück nach Zeiten, in denen die Concorde noch flog. Dass die Smintair mit so wenig Passagieren an Bord überhaupt Geld verdienen kann, hat einen anderen Grund. "Wir haben einen riesigen Laderaum", lächelt Schoppmann. Und die Frachtraten zwischen Düsseldorf und Tokio seien nun einmal hoch attraktiv. (APA/dpa)

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