Freiere Fahrt auf der Pack

21. Juli 2006, 12:14
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Die Ferien kommen immer näher: Der STANDARD gibt Tipps für die bevorstehende automobile Reise in den Urlaub

Wien – Auf 100 Kilometern wird der Verkehr stillstehen – glücklicherweise nicht bei uns, sondern in Deutschland. Davon geht zumindest Willy Matzke, Verkehrschef des ÖAMTC_aus. Denn auf den Autobahnen im Nachbarland gibt es streckenweise alle 30 Kilometer eine Großbaustelle, aus vielen mittleren Staus wird so ein großer. In Österreich ist so ein Zustand natürlich nicht zu erwarten, betonte Matzke zum Wohlwollen der anderen Teilnehmer der Pressekonferenz zum Thema Sommerreiseverkehr im Verkehrsministerium.

"Baustellen-Ombudsmann"

Sowohl Politik (in Form von Staatssekretär Eduard Mainoni (BZÖ)), Autobahnbetreiber (Asfinag-Vorstand Franz Lückler) und Autofahrerclubs (neben Matzke Wilhelm Patzold vom ARBÖ) sind vom heimischen Baustellenmanagment überzeugt. Die Hälfte der Baustellenschilder habe vor dem Beginn der Sommerferien abgebaut werden können. Die restlichen rund 40 Stück würden den Verkehr nicht übermäßig behindern, wurde am Dienstag versprochen. Und falls doch, könne man sich heuer erstmals an den „Baustellen-Ombudsmann“ der Asfinag wenden (unter 01/531 34 DW 99 7 99 oder baustellen-ombudsmann@asfinag.at. In Wahrheit 14 extra geschulte Mitarbeiter, die sich um Beschwerden und Hinweise kümmern.

20 Millionen Autos

Für die vom ARBÖ geschätzten 20 Millionen Pkw, die in den Sommermonaten in, nach und durch Österreich rollen werden, gibt es tatsächlich einige Erleichterungen. Vor allem das Nadelöhr der Südautobahn, der Packabschnitt, soll baustellenmäßig entschärft werden. Bis Donnerstag ist die A2 dort zwar noch gesperrt, ab Freitag ist dafür der Herzogbergtunnel wieder störungsfrei befahrbar – statt rund 30 Kilometer Baustellenabschnitt sollen es im Sommer nur mehr zehn sein.

Wer nicht in Österreich urlaubt und mit seinem Automobil die Grenze überschreitet, sollte einige Tipps beachten. Etwa beim Tanken, sind doch die Preisunterschiede an den Zapfsäulen recht ordentlich, wie der Verkehrsclub Österreich (VCÖ)_betont. Kostet eine Tankfüllung mit 50 Liter Diesel in Österreich durchschnittlich 52,7 Euro, bekommt man diese Menge Treibstoff in Slowenien bereits um 48,75 Euro. Auf dem Weg nach Süden in Slowenien noch einmal voll zu tanken ist da eine gute Idee. Denn in Italien kosten 50 Liter Diesel 59,85 Euro – um über sieben Euro mehr als in Österreich.

Autofähren im Test

Stichwort Italien: Dort sollte man auch aufpassen, auf welches Schiff man steigt. Beim Autofährentest des deutschen ADAC gab es bei 30 untersuchten Schiffen nur einmal die Note „mangelhaft“ – für die zwischen Neapel und Sizilien pendelnde Fähre „Sansovino“ der Reederei Siremar. Testsieger wurde die „Olympic Champion“ der Anek Lines, die zwischen Ancona und Patras fährt.

Düst man schließlich auf fremdem Untergrund, sollte man sich an die Gesetze halten (siehe Grafik), denn deren Verletzung kann ungewohnt teuer werden. In Italien sind 20 km/h zuviel auf der Autobahn mindestens 140 Euro wert, in Spanien liegt das Bussgeld noch höher. (Michael Möseneder, DER STANDARD Printausgabe, 28.06.2006)

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    grafik: öamtc
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