London gibt Griechenland äußerst seltene Münze zurück

4. Juli 2006, 17:05
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Brutus ließ auf Silberdenar an Cäsar-Mord erinnern

Athen - Großbritannien hat Griechenland am Dienstag eine äußerst seltene römische Münze zurückgegeben und damit erstmals eine EU-Richtlinie über die Rückerstattung illegal erworbener Kulturgüter erfüllt. Wie der griechische Kulturminister Georgios Voulgarakis auf einer Pressekonferenz in Athen weiter bekannt gab, erfuhr die hellenische Botschaft in London im Juni 2005, dass zwei Griechen die Münze für 18.000 Euro an die britische Gesellschaft Classical Numismatic Group verkauften.

"Wir waren bereit, die Münze auf gerichtlichem Wege zurück zu erstreiten, aber die britische Münzgesellschaft hat sie uns zurückerstattet ohne irgendwelche Bedingungen zu stellen", sagte die Kulturrätin der griechischen Botschaft in Großbritannien, Viktoria Solomonidis.

Die Münze ließ Brutus, der Adoptivsohn und Mörder von Julius Cäsar, etwa ein Jahr nach der Ermordung des römischen Herrschers im Jahr 44 vor unserer Zeitrechnung prägen, um an das Ereignis zu erinnern. Auf der einen Seite des Silberdenars ist Brutus im Profil zu sehen, auf der anderen eine Mütze, wie sie von frei gelassenen Sklaven getragen wurde, inmitten von zwei Dolchen. Darunter befindet sich die Inschrift EID MAR für Eidibus Martiis ("Iden des März"). An jenem Tag, dem 15. März 44 v. u. Z., wurde Caesar von den Verschwörern um Brutus und Cassius während einer Senatssitzung erstochen. Amtlichen Angaben zufolge soll die Münze im Athener Numismatischen Museum ausgestellt werden. (APA)

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