Keine Konsequenzen nach Lied über Tötung von Irakern

5. Juli 2006, 16:30
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Soldat: Lied habe lustig sein sollen - Ermittlungen eingestellt

Washington - Ein zynisches Lied über die Tötung von Zivilisten im Irak wird für einen US-Soldaten keine disziplinarischen Folgen haben. Die Ermittlungen gegen Korporal Joshua Belile seien eingestellt worden, sagte eine Militärsprecherin am Dienstag. Der Marineinfanterist habe keine militärischen Regeln verletzt.

Die Ermittlungen auf Grund eines Videomitschnitts waren vor zwei Wochen eingeleitet worden. In einem vierminütigen Video im Internet war Belile zu sehen, wie er vor grölenden Kameraden über eine Begegnung mit einer irakischen Frau und ihrer Familie singt: "Ich ergriff ihre kleine Schwester und hielt sie vor mich", ist Belile singend zu hören. "Als die Kugeln flogen, spritzte das Blut zwischen ihren Augen, und da lachte ich wie ein Verrückter", heißt es in dem "Hadji-Mädchen" betitelten Song. Im Hintergrund sind Gelächter, Klatschen und Hurra-Rufe zu hören.

Lied habe lustig sein sollen

Belile, der im März aus dem Irak zu seiner Einheit in North Carolina zurückkehrte, spielt in einer Band mit dem Namen Sweater Kittenz. Einer Lokalzeitung sagte er, das Lied habe lustig sein sollen. Anregungen für den Text habe er aus der Filmkomödie von 2004 "Team America: World Police" bezogen. "Ich entschuldige mich, wenn ich in der moslemischen Welt Gefühle verletzt haben sollte."

Das US-Militär untersucht derzeit auch die Rolle von Marineinfanteristen bei der Tötung von Zivilisten im Irak. Im November waren bei einem US-Einsatz in der Stadt Haditha 24 Menschen unter bisher ungeklärten Umständen ums Leben gekommen. (APA/Reuters)

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