Schwere Unwetter in Österreich: Ampel stürzte auf Steirerin

29. Juni 2006, 09:15
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Passantin schwer verletzt - Zahlreiche Bäume stürzten in Niederösterreich auf die Fahrbahn

Linz/Graz - Schwere Unwetter haben die Feuerwehr Dienstagabend in weiten Teilen der Steiermark, Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg auf Trab gehalten. Mehrere Häuser wurden abgedeckt und Bäume entwurzelt, berichtete ein Feuerwehrmann.

Leoben: Ampel stürzte auf Passantin

In der Obersteiermark sind Dienstagabend schwere Unwetter niedergegangen. In Leoben wurde eine Verkehrsampel aus der Verankerung gerissen und stürzte auf eine Passantin. Die 25-jährige Frau erlitt schwere Kopfverletzungen und wurde in das LKH Leoben eingeliefert.

Bis auf kleinräumige Unterbrechungen der Stromversorgung in der Obersteiermark waren die Schäden aber Mittwochvormittag bereits großteils beseitigt.

Der gefährliche Zwischenfall in Leoben ereignete sich kurz nach 20.00 Uhr. Eine Sturmbö riss eine in rund 4,5 Metern Höhe aufgehängten so genannte Überkopf-Ampel aus der Verankerung, eine 25-jährige Leobenerin wurde am Gehsteig von der Metallkonstruktion im Kopf- und Nackenbereich gestreift und schwer verletzt. Die junge Frau wurde in das LKH Leoben eingeliefert. Bei der Ampel handelte es sich um eine bedarfsgesteuerte Lichtsignalanlage, die nur bei Ausfahrten der Feuerwehr aus dem Stützpunkt in Betrieb genommen wird.

In St. Michael bei Leoben wurden die Dächer eines Mehrparteienhauses sowie eines Geschäfts- und Wohnhauses teilweise abgedeckt, Ziegel flogen auf die vorbeiführende Bundesstraße. Auf einem Firmenareal in Timmersdorf wurde eine Blechgarage aus der Verankerung gerissen und über den Zaun aus dem Areal auf die angrenzende Wiese geschleudert.

Durch Blitzschlag wurde in St. Stefan im Rosental (Bezirk Feldbach) eine Werkstätte, in der u.a. 2.000 Liter Dieselöl gelagert waren, eingeäschert. Der Schaden wurde mit 80.000 Euro beziffert. Mehreren Feuerwehren gelang es, ein Übergreifen der Flammen auf das Haupthaus zu verhindern.

Schwer betroffen war der Bezirk Liezen: Im Raum Hieflau - Radmer stürzten Bäume auf die Fahrbahn, mehrere Felsblöcke krachten auf die B146 und blockierten die Straße. Bäume stürzte in Stromleitungen und legten die Stromversorgung für einige hundert Haushalte lahm. Die Eisenbahnbetrieb auf der Strecke Selztal - Hieflau musste wegen Bäume, die auf die Gleisanlagen gestürzt waren, vorübergehend eingestellt werden. Ebenfalls wegen umgestürzter Bäume waren im Raum Trieben und Gaishorn die Schoberpaßstraße und die Kaiserauer Landessstraße erschwert passierbar. Die Triebenerstraße war zwei Stunden lang gesperrt.

In Dietmannsdorf kam es bei einem Bach zu Vermurungen und Verklausungen, die zu kleinräumigen Überflutungen führten. In der Gemeinde Gaishorn und im Stadtgebiet von Trieben wurden die Eisenbahnunterführungen überschwemmt.

Aus dem Raum Graz und den Bezirken Voitsberg und Weiz wurden an Obst- und Feldkulturen Schäden durch Hagelschlag gemeldet.

Niederösterreich: Landstraße unpassierbar

Das schweres Gewitter hat am Dienstag Abend in Göstling an der Ybbs (Bezirk Scheibbs) Schaden angerichtet. Laut NÖ Sicherheitsdirektion wurden zahlreiche Bäume umgerissen, im Bereich von Mendling war eine Landstraße unpassierbar.

In der Folge konnte eine Fahrbahn wieder freigegeben werden. Eine komplette Räumung war auf Grund der Wetterlage am Abend nicht mehr möglich, zumal zahlreiche Bäume über eine Stützmauer auf die Straße kippten.

Unfall mit Fiaker in Salzburg

Bei einem Unfall mit ihrem Fiaker wurde am Dienstagabend in Salzburg eine Kutscherin verletzt. Wegen des aufziehenden Gewitters waren die beiden Pferde durchgegangen. Dabei brach die Deichsel, und die Rösser konnten sich losreißen. Die Kutsche prallte gegen eine Lärmschutzwand und kippte. Die Kutscherin stürzte von ihrem Gefährt und erlitt Kopfverletzungen. Ein geparktes Auto wurde leicht beschädigt.

In Salzburg waren mehrere Gemeinden von den Unwettern betroffen. Im Großraum Zell am See (Pinzgau) beschädigten umgestürzte Bäume mehrere Häuser und blockierten Straßen. Rund um Bischofshofen (Pongau) kam es zu einer Hangrutschung und zu einem Stromausfall. Im Raum Zell am See, Maishofen, Viehhofen gab es intensiven Hagel. Umstürzende Bäume trafen mehrere Häuser. uch in Saalbach-Hinterglemm traten mehrere Bäche über die Ufer und verursachten kleinere Murenabgänge.

Entlang der L111 stürzten mehrere Bäume auf die Fahrbahn und blockierten die Straße. Von einem Hotel wurde das Blechdach abgetragen. Im Raum Bischofshofen war die Katschberg Bundesstraße B99 wegen umgestürzter Bäume blockiert. Unterhalb des Missionshauses St. Rupert kappte ein umgestürzter Baum eine 30-kV-Leitung.

Oberösterreich

In Gosau (Bezirk Gmunden) hat ein Sturm Dächer abgedeckt und ganze Waldstriche umgeworfen. Der Schaden wird hier auf 500.000 bis eine Mio. Euro geschätzt. In Königswiesen im Bezirk Freistadt wurden mehrere Keller überflutet.

In Gosau hob der Sturm das Dach eines Mehrparteien-Hauses komplett ab. Da die 22 Wohnungen hauptsächlich als Zweitwohnsitz genutzt werden, befanden sich nur zwei Personen im Gebäude. Verletzt wurde niemand. Insgesamt wurden drei Wohnhäuser und vier landwirtschaftliche Nutzbauten schwer in Mitleidenschaft gezogen. Der Sturm riss ganze Waldstriche um. Stromleitungen wurden beschädigt und legten die Energieversorgung im ganzen Ort für mehrere Stunden lahm.

Die Pass Gschütt Bundesstraße zwischen Gosau und Gosaumühle war stundenlang gesperrt, weil Äste und Geröll die Fahrbahn blockierten, auf einigen weiteren Straßen gab es ebenfalls Behinderungen. Am Traunsee mussten Segler nach Auskunft der Polizei vorübergehend am Ufer anlegen.

Besonders stark betroffen war neben dem Inneren Salzkammergut auch das untere Mühlviertel: In Königswiesen wurden mehrere Häuser überflutet. Rund 50 Feuerwehrleute waren stundenlang im Einsatz, um Keller auszupumpen und Schäden zu beseitigen. Die Königswiesener Bundesstraße (B124) war wegen Murenabgängen längere Zeit gesperrt.(APA)

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