Zug nach Indien soll voller werden

7. Juli 2006, 11:52
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Österreich entdeckt den Subkontinent als immer wichtigeren Handelspartner - Gefragt ist vor allem Technologie

Wien – Was mehr als 20 österreichische Unternehmen bereits geschafft haben, soll für andere auch in greifbare Nähe rücken – nähmlich der Gang nach Indien. Und bei diesem will die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) ein beratender Partner sein. Mit einem Fachforum und der Roadshow "Going to India" informieren Experten über die Wirtschaftslage in Indien, Österreichs Wirtschaftsbeziehungen, Geschäftschancen und Hoffnungsbranchen.

Indien hat im vergangenen Jahr (bis März 2006) mit einem Wirtschaftswachstum von 8,4 Prozent seinen Rivalen China überholt. In den kommenden Jahren wird ebenfalls ein Wirtschaftswachstum von sieben bis acht Prozent erwartet.

Als Lieferant für österreichische Unternehmen gewinnt Indien immer mehr an Bedeutung. Das derzeitige Importvolumen beläuft sich auf etwa 280 Millionen Euro. Im Vergleich zu China (Importvolumen: rund drei Mrd. Euro) scheint diese Zahl noch relativ gering, die Steigerungsrate betrug 2005 allerdings 15,3 Prozent. Für heimische Unternehmen stelle sich daher immer öfter die Frage, welche Waren aus Indien importiert werden bzw. welche Vorproduktionen nach Indien ausgelagert werden können.

Österreichische Technologie gefragt

Unterstützung bei diesen Fragen will auch das Research-Unternehmen Evalueserve bieten, das von Delhi aus Marktforschung und Analysen durchführt. "Von Österreich bekommen wir hauptsächlich Anfragen aus den Bereichen Industrie, kleinere und mittlere Unternehmensberatungen und Finanzinstituten, die Material für Analysen brauchen oder sich über Absatzchancen informieren wollen", erklärt Felix Vogler von Evalueserve im STANDARD-Gespräch. Auch Österreicher arbeiten im Team in Delhi.

Für die heimische Exportwirtschaft ist Indien ein wichtiger Markt geworden. Die Ausfuhren sind 2005 um 8,6 Prozent auf 300 Mio. Euro gestiegen. Vor allem österreichische Technologie ist gefragt. Seit 1991 wurden 50 Joint Venture vereinbart und etwa 100 Lizenzabkommen. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.6.2006)

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