Oberbank nimmt Osten ins Visier

17. Juli 2006, 11:15
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Die traditionell auf den Mittelstand spezialisierte Bank zeigt Interesse an Filialen in Ungarn

Wien – Die Oberbank "ist längst nicht mehr nur die Bank für Oberösterreich und Salzburg", sagt Vorstandschef Franz Gasselsberger zum STANDARD. Langsam, aber stetig hat die traditionell auf den Mittelstand spezialisierte Bank mit einer Bilanzsumme von 12,5 Mrd. Euro über die Landesgrenzen hinaus expandiert. Heuer soll in Bayern die elfte Filiale eröffnet werden, dann "sind wir hier flächendeckend vertreten".

Die Bank will nun weiter Richtung Osten wachsen. In Tschechien ist die Bank erst seit zwei Jahren am Markt und hat zehn Leasingstandorte und acht Filialen. Königsgrätz und Ostrau sollen noch heuer folgen.

"Wir sind die späten Verfolger"

Auch in die Slowakei und nach Ungarn hat sich die Oberbank vorgewagt und im Leasingbereich begonnen. "Wir werden in diesen Ländern sicher nicht nur Leasinggeschäfte machen", sagte Gasselsberger. Mittelfristig will die Oberbank dort auch als Vollbank tätig sein. Mit einem Schmunzeln fügt er hinzu, dass es aber "derzeit noch keine konkreten Aussagen" gebe. Insbesondere in Ungarn laufen aber intensive Gespräche, heißt es in Branchenkreisen. Das Argument, dass man mit dem Expansionskurs Richtung Osten etwas spät dran sei, lässt Gasselsberger nicht gelten: "Wir wissen, wir sind die späten Verfolger. Aber wir sind Wegbegleiter unserer Kunden, für die insbesondere Tschechien seit dem EU-Beitritt interessant ist."

Den Ruf des Finanzplatzes Österreich sieht Gasselsberger durch die Bawag-Affäre tangiert, die Auswirkungen in Osteuropa schätzt er aber als gering ein. (Alexandra Föderl-Schmid, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.6.2006)

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