Polizeiliche Videoüberwachung in City von Wiener Neustadt

28. Juni 2006, 17:42
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Wiederholte Eigentums- und Gewaltdelikte in "Partymeile" als Anlass - Prokop: Erwarten Abschreckung schon im Vorfeld

Wiener Neustadt hat eine polizeiliche Videoüberwachung erhalten. Das Projekt in der City - Herrengasse/Wiener Straße - ist am Dienstagnachmittag von Innenministerin Liese Prokop (V) präsentiert worden. Anlass für die Maßnahme seien wiederholte Eigentums- und Gewaltdelikte, in der Nacht zum 1. November 2005 sogar eine Körperverletzung mit tödlichem Ausgang. Opfer war ein 20-Jähriger aus dem Bezirk Neunkirchen.

Die Polizei hat zuletzt verstärkt Streifen durchgeführt, was bereits einen Rückgang der Fälle von Körperverletzung, Sachbschädigung oder Diebstählen bewirkt hat, so Polizeidirektor Anton Aichinger. Die Videoüberwachung soll nun noch mehr Sicherheit und vor allem ein erhöhtes Sicherheitsgefühl für die Bevölkerung bringen. Der unter Beobachtung stehende Bereich ist durch Hinweisschilder deutlich gekennzeichnet.

Mobile Überwachung, danach fix montierte Kameras

In Betrieb genommen wurde am Dienstag eine mobile Überwachung mit einem Videoüberwachungsfahrzeug. In der zweiten Phase sollen zwei fix montierte Kameras folgen, was laut Prokop und Aichinger in etwa zwei Monaten der Fall sein wird. Derzeit läuft die Ausschreibung.

Die Videoüberwachung sei eine sinnvolle Unterstützung für noch mehr Sicherheit, aber kein Allheilmittel, betonte Prokop. Durch die Maßnahme würde eine Abschreckung schon im Vorfeld erwartet. Es gehe daher in erster Linie um Prävention, betonte die Ministerin.

"Paket geschnürt"

In Wiener Neustadt überwacht werden soll die "Partymeile" mit sieben Lokalen in der Herrengasse, sagte Aichinger. Der Fall sein werde das insbesondere an Wochenenden. Es sei "ein Paket geschnürt, das sehr viel mehr an Sicherheit bieten kann", sagte Prokop. Dem in einer Presseaussendung vom Wiener Neustädter Bürgermeister Bernhard Müller (S) am Dienstag geäußerten "Ersuchen", der Polizeidirektion "endlich mehr Personal zur Verfügung zu stellen", musste sie eine Absage erteilen. Die Behörde sei mit 150 Beamten "personell gut ausgestattet".

Elfte Videoüberwachung in Österreich

In Wiener Neustadt besteht die bereits die elfte Videoüberwachung in Österreich und die erste im städtischen Raum in Niederösterreich. Weitere Standorte im Land sind die SCS in Vösendorf und der Flughafen Wien in Schwechat. Dazu kommen der Schwedenplatz und der Karlsplatz in Wien, die Linzer Altstadt, Graz und Bruck a.d. Mur, der Südtiroler Platz (Bahnhofsvorplatz) in Salzburg sowie Innsbruck und Villach.

Die laut Prokop erfreuliche Bilanz der Videoüberwachung im Bereich der SCS: Die Kriminalität sei um 54,8 Prozent zurückgegangen. Bei Einbruchsdiebstählen in Autos betrage das Minus sogar etwa 75 Prozent. Am Schwedenplatz in Wien sei ein Minus von 70 Prozent bei den Drogen- und von 40 Prozent bei den Gewaltdelikten feststellbar. (APA)

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