Allergisches Europa

3. Juli 2006, 23:05
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Die EU zwingt Restaurants, Inhaltsstoffe ihrer Speisen offenzulegen - Zum Wohle von Nahrungsmittel­allergikern

Niesen, Ausschlag, Atmenot, Erbrechen - wer auf manche Nahrungsmittel allergisch ist und diese dennoch konsumiert, muss mit unerfreulichen bis lebensbedrohlichen Folgen rechnen. Lebensmittel in Supermärkten sind oft ausreichend gekennzeichnet, aber in Restaurants fehlen meistens immer noch Hinweise auf die Inhaltsstoffe der angebotenene Speisen.

"Nur schleppend"

Dabei ist eine EU-Richtlinie zur Nahrungsmittelkennzeichnung bereits seit November 2003 in Kraft. "Leider geht die Umsetzung in nationales Recht, auch hier in Österreich, zum Teil nur schleppend voran. Ich wünschte mir, Allergiker hätten auch in einem Restaurant die Möglichkeit, einen genaueren Überblick über die verarbeiteten Zutaten zu erhalten", so die Mikrobiologin Hoffmann-Sommergruber auf dem diesjährigen Allergologen-Kongress in Wien.

Nicht nur Österreich ist säumig: Im Jahr 2003 besuchte die "Verbraucher Initiative" 29 Restaurants in Berlin und untersuchte die Kennzeichnung der Zusatzstoffe auf den Speisekarten. Das Ergebnis: Nur in wenigen Lokalen waren die Speisekarten ausreichend gekennzeichnet.

Getreide, Eier, Nüsse

Eigentlich sind es nur wenige Inhaltsstoffe, die immer wieder als Allergene auftreten: Als wichtigste allergene Lebensmittel nennt die "Hitliste" der EU derzeit glutenhaltige Getreide, Eier, Erdnüsse, Nüsse, Soja, Milch (inklusive Laktose), Fische und Krustentiere sowie Sesamsaat, außerdem das Pseudo-Allergen Sulfit.

Allergiekranke Menschen können nach dem Essen von Nahrungsmitteln mit für sie relevanten Allergenen zunächst einfache allergische Symptome wie Nesselsucht und allergischen Schnupfen entwickeln. In schweren Fällen kann es dann zur Verengung der Atemwege mit Luftnot, zu Durchfall und Erbrechen bis hin zu Blutdruckabfall und Schock kommen.

Dabei sind diese auslösenden Allergene, je nach den regionalen Essgewohnheiten, sehr unterschiedlich. In den USA und Großbritannien gehören Erd- und Baumnüsse zu den häufigsten Auslösern tödlich verlaufender Reaktionen, während beispielsweise in Frankreich und Australien Hühnerei, Krustentiere und Fisch die hauptverantwortlichen Nahrungsmittel sind. In der Schweiz führt beispielsweise Sellerie häufig zu anaphylaktischen Reaktionen. (red)

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    Allergiefalle Restaurant - Wer ganz sicher gehen will, dass er nichts unverträgliches zu sich nimmt, muss wohl zu Hause essen.

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