Neue U-Bahn-Garnituren demnächst in Betrieb

19. Juli 2006, 16:30
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Videoüberwachung bei Zustimmung des Datenschutzrates

Die Fahrgäste der Wiener U-Bahn können sich auf einen Komfortgewinn freuen: In wenigen Tagen gehen die ersten zehn Garnituren des neuen U-Bahn-Typs in Betrieb, die nicht nur durchgängig von vorne bis hinten begehbar, sondern auch mit einer Klimaanlage ausgestattet sind. Sollte die Datenschutzkommission zustimmen, sollen die Züge auch videoüberwacht werden.

Wie "Radio Wien" am Dienstag berichtete, soll die Fahrgenehmigung für die so genannten "V-Wagen" Anfang nächster Woche erteilt werden. Wenige Tage später könnten die Züge bereits eingesetzt werden, und zwar wahrscheinlich auf der Linie U1, so der Sprecher der Wiener Linien, Johann Ehrengruber, am Dienstag zur APA. Dass es Probleme mit den Bremsen der Züge gegeben habe, wie die Tageszeitung "Der Standard" berichtet hatte, wies er zurück.

Bisher nur ein Prototyp in Betrieb

Bisher ist von den neuen Zügen nur ein Prototyp in Betrieb, und zwar schon seit April 2001. Bestellt sind in einer ersten Tranche 25 Fahrzeuge zu je acht Mio. Euro, die nun laufend ausgeliefert werden. Das Außendesign stammt wie schon bei den ULFs von Porsche-Design. Der Innenraum wurde vom Künstler Helmut Margreiter gestaltet. Die Züge sind 112 Meter lang und fassen bis zu 1.100 Fahrgäste. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 80 km/h.

Die neuen "V-Wagen" sollen per Video überwacht werden. Voraussetzung ist allerdings die Zustimmung der Datenschutzkommission. Derzeit läuft ein bis 30. Juli 2006 limitierter Probebetrieb in zwei U-Bahnen und zwei Straßenbahn-Beiwagen. Die aufgenommenen Bilder werden nach 48 Stunden überschrieben.

Videoüberwachung bei Zustimmung des Datenschutzrates

Trotz der veröffentlichten Kritik des Verfassungsexperten Gerhard Kunnert hofft man bei den Wiener Linien, vom Probe- in den Echtbetrieb der Überwachung übergehen zu können. "Wir gehen mit den Daten äußerst sorgfältig um", betonte Ehrengruber. Die aufgezeichneten Daten würden verschlüsselt und dürften im Anlassfall nur von einigen wenigen Berechtigten in Augenschein genommen werden. "Wir ziehen den Datenschutz auch innerbetrieblich beinhart durch", so der Sprecher der Wiener Linien. (APA)

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