Zweiter Prozess gegen Saddam beginnt am 21. August

30. Juni 2006, 12:59
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Expräsident wird wegen Massenmords an den Kurden im Nordirak angeklagt

Bagdad - Der irakische Expräsident Saddam Hussein muss sich ab 21. August wegen Massenmords an den Kurden im Nordirak vor Gericht verantworten. Das Sondertribunal, das bereits wegen eines Massakers im schiitischen Dorf Dujail gegen Saddam Hussein verhandelt, kündigte am Dienstag die Eröffnung eines weiteren Verfahrens an. Der Expräsident und sechs seiner Mitarbeiter sind wegen einer Militärkampagne im Nordirak angeklagt, die in den 80er Jahren rund 100.000 Kurden das Leben kostete.

International wurde die Operation "Anfal" vor allem durch einen Giftgasangriff auf die Stadt Halabja im Jahr 1988 bekannt. Allein dort gab es 5.000 Tote. Verantwortlich für den Einsatz von Senfgas und anderen Nervengiften zeichnete damals Saddam Husseins Cousin Ali Hassan Majid, genannt "Chemie-Ali".

Angeklagt sind außerdem der damalige Verteidigungsminister Sultan Hashim Ahmad, der frühere Geheimdienstchef Saber Abdul Aziz al-Duri, ein ehemaliger Befehlshaber der Republikanischen Garde, Hussein al Tikriti, der frühere Militärkommandeur Farhan Mutlak al-Juburi und der Ex-Gouverneur der Provinz Ninive, Taher Tafwik al-Ani. Die Anklage zur Operation "Anfal" wurde bereits im April veröffentlicht, sie lautet auf Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Im laufenden Verfahren wegen des Massakers in Dujail werden im Juli die Schlussplädoyers erwartet. Er gehe davon aus, dass die Richter ihr Urteil noch vor Eröffnung des zweiten Prozesses am 21. August fällen würden, sagte Staatsanwalt Jaafar al-Mussawi. Saddam Hussein könnte im Fall Dujail mit dem Tode bestraft werden, vollstreckt würde das Urteil aber wohl erst nach Abschluss sämtlicher Verfahren gegen den Expräsidenten. (APA/AP)

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