SeverStal noch nicht ganz aus dem Rennen

30. Juni 2006, 14:58
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Sollte der russische Konzern ein Angebot für das gesamte Arcelor-Kapital vorlegen, müsste der Verwaltungsrat prüfen

Paris - Der russische Stahlkonzern SeverStal ist im Wettstreit mit Mittal Steel um die Fusion mit Arcelor noch nicht ganz aus dem Rennen. Der Arcelor-Verwaltungsratspräsident Joseph Kinsch erklärte, wenn SeverStal ein Angebot für das ganze Arcelor-Kapital vorlege, müsste der Verwaltungsrat das Angebot mit dem Mittals vergleichen. Die Aktionäre entscheiden, sagte Kinsch dem "Figaro" (Dienstag). Auch das mit SeverStal entwickelte Modell sei gut gewesen, doch Mittal habe das bessere Angebot vorgelegt.

Wenn die Hauptversammlung am 30. Juni zu mindestens 50 Prozent die Fusionsvereinbarung mit SeverStal ablehne, sei sie hinfällig, sagte Arcelor-Chairman Kinsch. Andernfalls sei Arcelor "verpflichtet, den Vertrag einzuhalten, und wir müssen das Ergebnis des Angebots von Mittal Steel abwarten". Der SeverStal-Vertrag sei hinfällig, wenn mehr als die Hälfte der Arcelor-Aktien an Mittal übertragen würden. "Doch man wird in jedem Falle die Aktien in Rechnung stellen müssen, die zu Gunsten (des SeverStal-Chefs Alexej) Mordaschows ausgegeben wurden."

Der nach Produktionsvolumen weltgrößte Stahlkonzern Mittal und sein nach dem Umsatz weltgrößter Rivale Arcelor wollen sich zu einem Konzern mit 120 Millionen Tonnen Produktionskapazität und 57 Milliarden Euro Umsatz zusammenschließen. Der größte deutsche Konzern ThyssenKrupp kommt auf 17 Millionen Tonnen Stahlausstoß. Arcelor hatte bereits mit SeverStal eine Fusion vereinbart. Mordaschow beklagt, dass Arcelor sein verbessertes Angebot nicht angehört habe. Er soll gemeinsam mit anderen russischen Stahlfirmen ein neues Übernahmeangebot erwägen. (APA/dpa)

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