Wettrennen um knappe Energieressourcen

14. Juli 2006, 22:37
6 Postings

Der steigende Energiebedarf wird vor allem durch die boomenden Ökonomien im Fernen Osten angeschoben - Prognosen sehen Gas auf der Überholspur

Wien - Der Kampf um eine sichere, ausreichende und kostengünstige Energieversorgung von Haushalten und Industrie wird an Intensität zunehmen. Darüber sind sich Experten in Ost und West einig. Unwiedersprochen bleibt auch die Behauptung, dass die Bedeutung von Erdgas zumindest auf mittlere Sicht deutlich zunehmen wird. Eine im Auftrag der EU erstellte Studie geht davon aus, dass Gas ab Mitte dieses Jahrhunderts Erdöl als wichtigsten Primärenergieträger ablösen wird.

Weltweit wird der steigende Energiebedarf vor allem durch die boomenden Ökonomien im Fernen Osten angeschoben. Länder wie China und Indien mit vergleichsweise noch geringer Motorisierung und bescheidenem Lebensstandard eifern der westlichen Konsumgesellschaft nach. Der Zuwachs des Energieverbrauchs spielt sich zum Teil im hohen einstelligen Prozentbereich ab.

Jährlicher Verbrauchszuwachs

Weltweit rechnet die EU-Kommission bis 2030 mit einem jährlichen Verbrauchszuwachs an Energie von etwa 1,8 Prozent. Im Zieljahr 2030 werde voraussichtlich mehr als die Hälfte des weltweiten Energiebedarfs in den Entwicklungsländern entstehen (gegenwärtig etwa 40 Prozent). Fossile Treibstoffe wie Öl und Gas weden demnach das Weltenergiesystem weiter beherrschen.

Gas profitiert dabei vom Umstand, dass bei der Verbrennung weniger Klima schädigendes CO2 freigesetzt wird als bei Kohle oder Öl. Die Internationale Energieagentur (IEA) hat erst in der Vorwoche darauf hingewiesen, dass mit dem Einsatz moderner Energietechnologien enorme Fortschritte bei der Sicherung der langfristigen Energieversorgnug gemacht werden könnten. Es müsse aber "schnell und entschlossen"gehandelt werden, um eine ausreichende Palette von Technologien zur Verfügung zu haben, sagte IEA-Chef Claude Mandil. Die wichtigsten seien dabei die zur Verbessernug der Energieeffizienz, der Eindämmung des CO2-Ausstoßes, erneuerbare Energien sowie die Atomenergie. (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.6.2006)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.