Wiener Ateliertheater vor Schließung

6. Juli 2006, 15:57
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Förderungsansuchen in Arbeit

Wien - Das Wiener Ateliertheater, das zu den Verlierern der Theaterreform zählt, wird für die Saison 2006/07 keine Förderung von der Stadt Wien mehr bekommen und steht daher vor der Schließung, hieß es in einer Aussendung. Die fast ein Dreivierteljahrhundert alte Bühne, die nach eigenen Angaben älteste Kleinbühne der Stadt, müsse ihre Tätigkeit mit 30. Juni beenden. Dem an Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) gerichteten Protest gegen die Schließung haben sich nach Angaben des Theaters u. a. Peter Turrini und Otto Schenk angeschlossen.

Ansuchen in Arbeit

Das Ateliertheater wurde von der Jury der Theaterreform als "nicht förderungswürdig" eingestuft. Das Theater hat um 60.000 Euro Förderung angesucht. Direktor Manfred Tscherne bezeichnete diese Summe in der Aussendung als "im Vergleich zu manchen aufgeblähten Produktionen der Stadt geradezu lächerlich". Laut Aussendung wurde Tscherne dennoch zu Jahresbeginn aufgefordert, das Standard-Förderungsansuchen für die kommende Saison zu aktualisieren.

Im Gegensatz zur Aussendung des Wiener Ateliertheaters hat es laut Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) noch keine Ablehnung der Subvention für die kommende Saison 06/07 gegeben. Vielmehr sei das Ansuchen des Theaters eine "neue Situation", über die man "reden müsse", hieß es aus dem Büro des Kulturstadtrates am Montagnachmittag.

Ankündigungen

Das Ateliertheater habe für die Saison 2005/06, nach dem negativen Urteil der Theaterreform-Jury, um letztmalig 20.000 Euro angesucht und diese Summe auch bewilligt bekommen. Die Theatermacher hätten angekündigt, in Folge ein Finanzierungskonzept über Sponsoren entwickeln zu wollen.

Nun sei bei der Stadt Wien ein weiteres Förderungsansuchen über 40.000 Euro eingelangt mit dem Vermerk, dass das Theater ohne dieses Geld zusperren müsse. Mailath-Pokorny: "Darüber muss man jetzt Gespräche führen". (APA)

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