ÖGB: Gagenverzicht mit Haken

4. Juli 2006, 15:56
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Von der Einkommensobergrenze ist fast niemand betroffen

Wien - Das Versprechen klang vollmundig und sollte wohl alle Penthouse-Geschichten übertönen: Die Gewerkschaft legte sich auf ihrer Reformklausur freiwillig eine Einkommensobergrenze von 11.067 Euro brutto auf.

Das klang zwar schön populistisch - hat aber einen kleinen Haken: Von dem Gagenverzicht wird kaum jemand im ÖGB betroffen sein. Prinzipiell würden ohnehin nur diejenigen ÖGB-Spitzen, die Mehrfachfunktionen haben, über dem Gehaltslimit liegen. Das beträfe etwa Präsident Rudolf Hundstorfer (5485,72 Euro vom ÖGB, 7509 als Gemeinderatsvorsitzender) oder GPA-Chef Wolfgang Katzian - beide haben aber in Zukunft kein Mandat mehr, liegen also unter der Grenze.

Auch Haberzettl unter der Grenzer

Auch Wilhelm Haberzettl, Chef der Eisenbahner, kommt mit seinem ÖGB-Gehalt von 2930, dem ÖBB-Verdienst von 4500 und seiner Funktion im Hauptverband von 1800 Euro nicht über die Grenze.

Betroffen wäre hingegen Richard Leutner (als Leitender Sekretär 4095 vom ÖGB, als Abgeordneter 7905), falls er im Nationalrat bleibt. Ähnliches gilt für ÖGB-Vizepräsidentin Renate Csörgits: Wenn sie ihr Mandat behält, kommt sie mit ihrer ÖGB-Gage (rund 5500 Euro) über die Obergrenze. Genaue Gehälter seiner Spitzenfunktionäre gibt der ÖGB erst Donnerstag preis. (eli/DER STANDARD, Printausgabe, 27. Juni 2006)

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