Rosmarin

25. Juli 2006, 15:22
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Das Gewürz der Liebe wirkt durchblutungs- und verdauungsfördernd

Die Griechen schrieben das aromatische Kraut der Aphrodite, der Göttin der Liebe und Schönheit zu, die Römer bekränzten ihre Hausgötter mit Rosmarin, und unsere Vorfahren sahen in ihm das Sinnbild für Liebe, Treue und Tod.

Vom immergrünen Halbstrauch werden die zarten, jungen Triebspitzen geerntet, die nach dem Trocknen wie winzige, grüngraue Tannennadeln aussehen. An der Mittelmeerküste wächst dieses Gewürz wild. Die Hauptanbaugebiete sind heute Holland und die Balkanstaaten. Rosmarin hat eine starke Würzkraft, deshalb darf man ihn nur sparsam dosieren. In der italienischen Küche ist Rosmarin stark vertreten. Neben der aromatischen Würze wirkt Rosmarin aber auch aphrodisierend, belebt den Kreislauf und stärkt die Nerven.

Inhaltsstoffe

Ätherisches Öl: 1-2,5 Prozent, Hauptkomponenten Campher, 1,8-Cineol und alpha-Pinen. Die quantitative Zusammensetzung ist je nach Kulturvarietät unterschiedlich.

Gerbstoffe: Rosmarinsäure

Bitterstoffe: Diterpenphenole (Carnosolsäure, Rosmadial)

Weitere Inhaltsstoffe: Flavonoide, Triterpene

Verwendeter Pflanzenteil

Laubblätter (Folium Rosmarini).

Therapeutisch relevante Wirkungen

Hyperämisierende Wirkung (durchblutungsfördernd): alpha-Pinen wird als stark wirksam, Campher und Cineol nur als schwach wirksam eingestuft. Die experimentellen Ergebnisse lassen sich nicht auf Badezusätze übertragen.

Weitere Wirkungen

Antimikrobielle Wirkung: In Testmodellen zeigt das Rosmarinöl Wirkungen gegen Bakterien, Hefen und Schimmelpilze. Cholagoge Wirkung: Für die Wirkung auf die Gallenwege werden die Bitterstoffe verantwortlich gemacht. Karminative Wirkung: Rosmarin wirkt verdauungsfördernd (Gewürz!). Spasmolytische Wirkung: im Tierversuch nachgewiesen. Wirkungen auf Herz und Kreislauf: Experimentell konnte eine Blutdrucksenkung durch Abnahme des peripheren Widerstandes erzielt werden.

Unerwünschte Wirkungen: Keine bekannt.

Indikationen

Wissenschaftlich belegt: Innerlich: dyspeptische Beschwerden. Äußerlich: zur unterstützenden Behandlung rheumatischer Erkrankungen, zur Förderung der Hautdurchblutung, Kreislaufbeschwerden.

Empfohlene Dosierung

Innerlich: Tagesdosis 4-6 Gramm Droge, 10-20 Tropfen ätherisches Öl. Äußerlich: 50 Gramm Droge auf 1 Vollbad; 6-10 Prozent ätherisches Öl in halbfesten und flüssigen Zubereitungen. Berechnungsgrundlage: 5 Gramm Droge. (red)

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Phytokodex

Von Univ.-Prof. Dr. Reinhard Länger, Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Kubelka

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