Bartenstein: "Wir können gar nicht genug Gas bekommen"

14. Juli 2006, 22:37
1 Posting

Neue Gaspipeline wird nur ein Zehntel des Verbrauchszuwaches der EU der nächsten zwei Jahrzehnte decken

Wien - Die vom russischen Gazprom-Konzern geplante Südeuropäischen Gaspipeline (SEGP), die russisches Erdgas nach Europa bringen soll, ist nach Ansicht von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein keine Bedrohung für das "Nabucco"-Pipelineprojekt, das die OMV gemeinsam mit den Gasgesellschaften von vier südosteuropäischen Ländern betreibt. Nabucco decke nur ein Zehntel des künftigen zusätzlichen Bedarfs der EU, "wir werden daher jede zusätzliche Kapazität brauchen, die wir bekommen können", sagte Bartenstein am Montag bei der Einweihung des Sekretariats der Energiegemeinschaft Südosteuropa in Wien.

In 15 bis 20 Jahren werde die EU um 250 Mrd. m3 mehr Erdgas brauchen als jetzt, der Importbedarf werde bis dahin um 300 Mrd. m3 steigen, die Kapazität von Nabucco werde aber lediglich 31 Mrd. m3 betragen, rechnete Bartenstein vor.

Für EU-Energiekommissar Andris Piebalgs ist das Pipeline-Projekt der Gazprom überdies noch zu wenig konkret, um sich dadurch beirren zu lassen. Die EU habe Nabucco schon bisher politisch und finanziell unterstützt "und wir sollten uns weiter auf Nabucco konzentrieren", sagte der Kommissar. (APA)

Link

OMV
  • Bild nicht mehr verfügbar

    Nabucco decke nur ein Zehntel des künftigen zusätzlichen Bedarfs der EU, schätzt Martin Bartenstein.

Share if you care.