Hyundai Motor: Bänder standen still

7. Juli 2006, 11:30
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Gewerkschaft beim südkoreanischen Autobauer fordert mehr Lohn - Ex-Chef in U-Haft

Seoul - Ein zweistündiger Warnstreik hat am Montag die Produktion beim südkoreanischen Autohersteller Hyundai Motor stark beeinträchtigt. Die Arbeit soll bis zum Donnerstag in drei Werken für einige Stunden täglich niedergelegt werden, teilte die Gewerkschaft mit. Der Streikplan sei per Abstimmung von mehr als 80 Prozent der knapp 40.000 organisierten Arbeiter bei Hyundai befürwortet worden. Nachdem die Verhandlungen mit dem Management in diesem Monat gescheitert waren, will die Gewerkschaft mit dem Streik ihren Forderungen nach 9,1 Prozent mehr Lohn, höheren Sondervergütungen und besseren Arbeitsbedingungen Nachdruck verleihen. Hyundai lehnte dies bisher unter Hinweis auf die derzeitige schwierige Situation ab.

Der wegen des Vorwurfs der Untreue angeklagte Chef des Autokonzerns, Chung Mong Koo, muss sich seit Anfang Juni vor Gericht verantworten. Der 68-Jährige hatte in einem Brief an das zuständige Gericht die Verantwortung für das Anlegen schwarzer Kassen des Konzerns übernommen. Das Geld aus den Geheimfonds soll in den vergangenen Jahren an Regierungsbeamte und Politiker geflossen sein. Chung wird beschuldigt, Firmengelder in Höhe von mehr als 100 Mrd. Won (83 Mio. Euro) abgezweigt zu haben. Chung befindet sich seit Ende April in Untersuchungshaft. Ihm droht bei einer Verurteilung eine mehrjährige Haftstrafe. (APA/dpa)

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