Stipendien für die Andrássy-Uni

27. Juli 2006, 16:10
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Zehnmal je 280 Euro pro Monat

In Politik, Diplomatie und Verwaltung sowie Wissenschaft, Kultur und Medien qualifizierte Führungskräfte auszubilden war der ungarischen Regierung bereits im Vorfeld des EU-Beitritts ein Anliegen. Dabei wurde verstärkt auf die Kooperation mit alteingesessenen EU-Mitgliedsstaaten gesetzt. Die Entscheidung zur Gründung einer deutschsprachigen Hochschule in Budapest fiel im Jahr 2001, als Gemeinschaftsprojekt Ungarns, Österreichs, Bayerns und Baden-Württembergs.

Die Andrássy-Gyula-Universität sollte zum EU-Integrationsprozess des mitteleuropäischen Raumes beitragen. Seit September 2002 bietet die Andrássy-Universität viersemestrige Graduiertenlehrgänge in den Studienrichtungen Vergleichende Rechts- und Staatswissenschaften, Internationale Beziehungen und Mitteleuropäische Studien an.

Das heimische Bildungsministerium vergibt pro Studienjahr zehn Stipendien in der Höhe von je 280 Euro pro Monat.

Ein paar Unsicherheitsfaktoren könnten den Reiz aber trüben. Diese betreffen den interdisziplinären Lehrgang Mitteleuropäische Studien. Dieser wurde, so Prorektor Klaus Beckmann, bis dato ausschließlich in Ungarn akkreditiert. Weiteres ist derzeit auf dem Wege.

Zudem sind auch die derzeit noch in Entwicklung befindlichen konsekutiven Master- oder Doktorstudiengänge in Hinblick auf die Akkreditierung nach dem Bologna-System noch problematisch. Wie Professor András Gergely, der Leiter der geplanten Doktorenschule, in einem Bericht des Deutschlandfunk sagte, liege dies an der konservativen Einstellung des Akkreditierungskomitees: "Wie alle diese Institutionen denken sie in Fächern. Will man etwas Interdisziplinäres einreichen, fühlen sie sich nicht zuständig." Was die Professorenschaft zudem belastet, seien kontinuierliche Budgetkürzungen, so Beckmann. (Franziska Dorau/DER STANDARD Printausgabe, 24./25. Juni 2006)

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