Fast ein ganzes Fliegenleben lang im All

5. Juli 2006, 14:12
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Neben sieben Astronauten hat das Shuttle auch eine Anzahl Drosophila-Larven an Bord - Anpassungsleistungen an Schwerelosigkeit untersucht

Wien - Mit an Bord der "Discovery" sind neben den sieben Astronauten auch Fruchtfliegenlarven. Die Insekten sollen in der Umlaufbahn schlüpfen und nach der Landung in Kalifornien untersucht werden. Ein österreichischer Molekularbiologe ist Mitglied des Forschungsteams.

Die Drosophila-Fliegen, beim Start noch im Larvenstadium, werden in der Umlaufbahn schlüpfen, wachsen und sich vermehren. Da sie ihr komplettes Leben in Schwerelosigkeit verbringen, sollen sich diverseste Körperfunktionen, wie auch das Immunsystem, an diesen Zustand anpassen, ähnlich wie das beim Menschen passiert. Nach zwölf Tagen auf der Raumstation werden die Insekten wieder auf die Erde gebracht, wo sie sofort schockgefroren werden, damit der Zustand der Fliegen erhalten bleibt.

Medizinische Forschungen

Florian Selch, Molekularbiologe an der Universität Wien, ist Mitglied des fünfköpfigen NASA-Forschungsteams, das hauptsächlich aus US-Amerikanern besteht. Im NASA Ames Research Center, Kalifornien, werden die Forscher die Fliegen bis April 2007 auf Veränderungen im Immun- und Kreislaufsystem untersuchen.

"Die Erkenntnisse dienen in erste Linie dazu, Gefahren von Infektionen und Krankheiten während Langzeitmissionen in Schwerelosigkeit besser begegnen zu können, aber auch unser grundlegendes Verständnis über das Immunsystem zu verbessern, um so in Zukunft besser auf jegliche Art von Infektionskrankheiten reagieren zu können - nicht nur in Schwerelosigkeit, sondern auch auf der Erde", sagte Selch. (APA)

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