2.500 Menschen sterben in Österreich pro Jahr an Unfallfolgen

28. Juni 2006, 08:58
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Nationaler Präventionsplan soll Zahl bis 2010 um 25 Prozent reduzieren

Wien - In Österreich sterben jährlich etwa 2.500 Menschen durch Unfälle. Diese Zahl stellt die fünftgrößte Gruppe an Todesursachen dar, erklärte Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V) am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien. Bei den 15- bis 39-Jährigen steht sie sogar an erster Stelle. Ein nationaler Präventionsplan, der vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) ausgearbeitet wurde, soll die Anzahl der Todesfälle bis 2010 um 25 Prozent senken.

Bei der ersten Europäischen Konferenz für Unfallverhütung, die noch bis Dienstag, 27. Juni, in Wien stattfindet, beschäftigen sich etwa 300 Experten aus der Europäische Union mit der Frage der Vermeidung von Unfällen und damit zusammenhängenden Verletzungen und Todesfällen.

Großbritannien und Niederland am sichersten

In den 25 Mitgliedstaaten der EU sterben pro Jahr 235.000 Menschen an Unfallfolgen oder Gewalt, sagte Horst Kloppenburg von der EU-Generaldirektion für Gesundheit. Bei etwa sieben Millionen Fällen ist eine Behandlung im Krankenhaus notwendig. Großbritannien und die Niederlande seien die sichersten Länder. Würde es in alle EU-Länder ein derartiges Sicherheitsniveau geben, könnten pro Jahr 60.000 Menschenleben gerettet werden, sagte Kloppenburg,

Um die Zahl der Verletzten und Getöteten in Österreich zu reduzieren, sieht der Präventionsplan eine Verstärkung technischer Maßnahmen wie Sicherheitsbestimmungen und barrierefreies Bauen vor. Mehr Eigenverantwortung und bessere Informationen über Gefahren sowie jährliche Konferenzen sollen die Zahl der Toten ebenfalls reduzieren. Berufsgruppen wie Ärzte oder Lehrer werden laut dem Programm in Zukunft bereits in der Ausbildung über Risiken und Sicherheitsfragen aufgeklärt.

Aktionspläne nach österreichischen Vorbild

Die Europäische Strategie für Verletzungsverhütung, die bei der Konferenz vorgestellt wurde, sieht für alle 25 Mitgliedstaaten Aktionspläne nach dem Vorbild des österreichischen Programms vor. Eine gemeinsame Unfallstatistik und eine Beratungsstelle sowie europaweite Kampagnen zum Thema Sicherheit für Kinder und alte Menschen soll ebenfalls für eine Reduktion der Zahl der Verletzten und Toten sorgen. (APA)

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