Wiener Stadtwerke 2005 mit Umsatzsteigerung

7. Juli 2006, 11:22
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Konzernjahresüberschuss von 37,2 Millionen Euro - 2,184 Milliarden Euro Umsatz

Wien - Die gemeindeeigenen Wiener Stadtwerke mit ihren Tochtergesellschaften Wien Energie, Wiener Linien, Bestattung Wien und der Beteiligungsmanagement-Gesellschaft BMG haben im Geschäftsjahr 2005 den Konzernjahresüberschuss mit 37,2 Mio. Euro annähernd verdoppeln können (2004: 19 Mio. Euro). Damit sei das beste Ergebnis seit der Ausgliederung 1999 erwirtschaftet worden, hieß es am Montag in einer Aussendung. Der Konzernumsatz stieg um rund 100 Mio. Euro auf 2,184 Mrd. Euro.

Zur Umsatzsteigerung trugen die operativen Konzern-Geschäftsfelder Energie (Erzeugung, Verteilung und Vertrieb von Strom, Gas und Fernwärme) mit 75 Prozent, der öffentliche Personennahverkehr (Wiener Linien und Wiener Lokalbahnen) mit 18 Prozent und der Bestattungsbereich mit einem Prozent bei. Sechs Prozent des Umsatzes kamen nach Unternehmensangaben aus den Bereichen Telekommunikation, Facility Management, Müll- und Sonderabfallverwertung. Das EGT stieg gegenüber dem Vorjahr um 41,7 Prozent und betrug 28,5 Mio. Euro. Der Konzernbilanzgewinn belief sich auf 28,6 Mio. Euro, nach 15 Mio. Euro im Jahr 2004.

Anstieg der Investitionen

Die 14.392 Mitarbeiter - um 1,4 Prozent weniger als 2004 - erforderten einen Personalaufwand von 888,8 Mio. Euro bzw. um fünf Prozent mehr als 2004. Der Anstieg sei auf Bezugserhöhungen sowie - überwiegend - auf die Umstellung der Personalrückstellungsberechnung infolge der Änderung des anzuwendenden Fachgutachtens der Kammer der Wirtschaftstreuhänder zurückzuführen, hieß es. Die Relation des Personalaufwands zum Konzernumsatz blieb mit 40,7 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres mit 40,6 Prozent.

Das Investitionsverhalten der Wiener Stadtwerke sei "von infrastrukturell-unternehmerischem Weitblick" geprägt gewesen, rühmte sich das Unternehmen. Das Ziel sei dabei die qualitative Verbesserung und die Absicherung der Energie- und Verkehrsnetze gewesen. In Summe belief sich das Investitionsvolumen 2005 auf 907,8 Mio. Euro, das sind um 12,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Umsatzsteigerung im Energiebereich

Der Energiebereich bildete mit 1,790 Mrd. Euro (2004: 1,709 Mrd. Euro) die wichtigste Umsatzkomponente. Trotz des Rückgangs der Netzerlöse auf Grund der von der Regulierungsbehörde verordneten Netzpreissenkungen habe man 2005 durch höhere Strom- und Wärmeerlöse eine Umsatzsteigerung von 4,7 Prozent erzielen können. Das EGT verbesserte sich um 8,3 Prozent auf 106,9 Mio. Euro.

Die Netzdurchleitung lag im Energie-Geschäftsjahr (1. Oktober bis 30. September) mit insgesamt 40,9 TWh (Terawattstunden) um rund 3,9 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres. Der Anstieg sei vor allem auf höhere Erdgasmengen für die Stromproduktion zurückzuführen. Die überdurchschnittlich hohe Stromproduktion führte zu einer produzierten Energiemenge von 11,8 TWh, das sind um 3,9 Prozent mehr als der Vorjahreswert. Die leicht rückläufige Entwicklung im Absatzbereich sei primär auf die wärmere Witterung im Geschäftsjahr 2004/2005 zurückzuführen. Die Durchschnittstemperatur lag um 2,4 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres. Ende 2005 verfügte Wien Energie über 22.188 km Stromleitungen, 3.450 km Gasleitungen und 1.023 km Fernwärmeleitungen.

Zahl der Fahrgäste nimmt zu

Der Verkehrsbereich profitierte von der positiven Tourismusentwicklung und dem geänderten Verkehrsverhalten und erzielte 2005 im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzanstieg von 2,6 Prozent auf 354 Mio. Euro. Mit 747 Millionen Fahrgästen wurden um 11,5 Millionen Kunden mehr transportiert als 2004. Für den öffentlichen Personennahverkehr in Wien wurde ein Marktanteil von 34 Prozent ausgewiesen - ein auch im internationalen Vergleich beachtlicher Wert, der seit 1993 um fünf Prozentpunkte gesteigert werden konnte, wurde betont.

Der Bestattungsbereich wies trotz rückläufiger Bestattungsleistungen im Vorjahresvergleich mit 30,7 Mio. Euro eine Umsatzsteigerung von sieben Prozent aus. 2005 wurden insgesamt 19.355 Bestattungsleistungen erbracht, gegenüber 2004 ein Rückgang von 1,2 Prozent, womit diese Entwicklung proportional zur Sterblichkeitsrate verlief. (APA)

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