Johnson & Johnson kauft Pfizer-Sparte

27. Juli 2006, 14:30
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Milliardengeschäft am Pharma-Markt: Der Konsumgüterriese übernimmt vom Viagra-Hersteller für 16,6 Milliarden Dollar den Bereich rezeptfreier Medikamente

New Brunswick - Der amerikanische Pharma- und Konsumgüterriese Johnson & Johnson übernimmt die Verbraucherproduktsparte des weltgrößten Pharmakonzerns Pfizer für 16,6 Mrd. Dollar (13,2 Mrd. Euro) in bar. Dies berichtete Johnson & Johnson am Montag. Der Umsatz der Pfizer-Sparte lag 2005 bei 3,9 Mrd. Dollar. Sie bietet rezeptfreie Medikamente wie das Sudafed-Grippemedikament, die Bengay-Schmerzcreme, das Mundpflegeprodukt Listerine sowie zahlreiche andere Verbraucherprodukte an.

Damit baut Johnson & Johnson seine eigene Produktpalette massiv aus. Dazu zählen neben zahlreichen anderen markenführenden Erzeugnissen Bandaid-Heftpflaster, Tylenol-Schmerztabletten, Neutrogena-Hautpflegeprodukte und Splenda-Süßstoff.

Genehmigung noch offen

Die Transaktion muss von den Wettbewerbsbehörden in Washington und in Brüssel genehmigt werden. Sie soll Ende 2006 über die Bühne gehen. Johnson & Johnson hat mit dem stolzen Kaufpreis das britische Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline Plc übertrumpft. Auch die britische Pharmafirma Reckitt Benckiser hatte sich interessiert. Es sollen nach Wall-Street-Spekulationen auch andere internationale Pharmafirmen bei Pfizer angeklopft haben.

Pfizer hatte die Sparte im Februar zum Verkauf gestellt. Der Pharmakonzern wird sich nach Firmenangaben auf sein Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten konzentrieren. Pfizer-Konzernchef Hank McKinnell will die Gelder mit dazu verwenden, um Pfizer-Aktien im Gesamtwert von 17 Mrd. Dollar zurückzukaufen, davon sieben Mrd. Dollar im laufenden Jahr und zehn Mrd. Dollar 2007. Die Gesellschaft erwartet nach Steuern 13,5 Mrd. Dollar aus der Transaktion.

Bieterkampf um Guidant

Der Kauf macht Johnson & Johnson zum globalen Branchenführer bei Verbraucher-Gesundheitspflegeprodukten, betonte Konzernchef William C. Weldon. Das Unternehmen erreiche die Marktführung in neun zusätzlichen Produktgruppen. Das Mundpflegemittel Listerine ist die weltweite Nummer eins. Es bringe den Umsatz von Johnson & Johnson bei Mundpflegemitteln auf weit über eine Milliarde Dollar. Johnson & Johnson ist auch der zweitgrößte Anbieter rezeptpflichtiger Medikamente und verfügt über eine große medizintechnische Sparte.

Johnson & Johnson hatte in diesem Jahr vergeblich versucht, den amerikanischen Herzschrittmacher- und Defibrillator-Anbieter Guidant zu kaufen und hatte 24,2 Mrd. Dollar für diese Firme geboten. Guidant war schließlich von dem medizintechnischen Konkurrenten Boston Scientific für 27,5 Mrd. Dollar geschluckt worden. (APA/dpa)

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