Schweizer Börse untersucht Kuoni

10. Juli 2006, 17:21
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SWX leitet eine Unter­suchung gegen den Reisekonzern ein. Möglicherweise erhielt eine Zeitung Exklusivinformationen zum Jahresergebnis 2005

Zürick - Die Schweizer Börse SWX hat eine formelle Untersuchung gegen den Reisekonzern Kuoni eingeleitet. Konkret geht es um einen Artikel der Wirtschaftszeitung Cash vom 16. Februar 2006, wie ein Sprecher der Börse am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA erklärte.

Im Artikel wurde bekannt, dass wegen einer Investition in ein Resort auf Fuerteventura gemeinsam mit dem Berner Ferienverien das Jahresergebnis 2005 massiv schlechter ausfallen werde. Kuoni bestätigte den Sachverhalt am gleichen Tag in einem Communiqué.

Möglicher Verstoß gegen ad hoc-Pflicht

Die Börse untersucht nun, ob die Veröffentlichung des Zeitungsartikels gegen das Gebot der Ad hoc-Publizität (Art. 72) des Kotierungsreglementes verstoßen hat. Der Artikel besagt, dass kursrelevante Informationen den Marktteilnehmern gleichzeitig mitgeteilt werden müssen.

Kuoni wollte sich zum laufenden Verfahren auf Anfrage nicht im Detail äußern. Eine Konzernsprecherin zeigte sich aber überzeugt, dass das Unternehmen nicht gegen das Kotierungsreglement verstoßen habe.

Die Dauer des Verfahrens ist laut SWX noch nicht bestimmt. Läuft es über zwei Instanzen, muss mindestens mit einem halben Jahr gerechnet werden. (APA/sda)

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