Arcelor-Chef Dollé: Fußballspieler mit Teamgeist

28. Juli 2006, 09:18
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Der 63-Jährige liest jeden Morgen zuerst eine französische Sportzeitung, dann erst die Finanzblätter.

Luxemburg - Auf den Chefposten beim Stahlkonzern Arcelor hat Guy Dollé am besten der Fußball vorbereitet. 18 Jahre hat der Ingenieur in einer Mannschaft gespielt - und daraus abgeleitet, was für ihn das A und O bei der Führung eines Großkonzerns ist: Teamgeist. "Ich bin davon überzeugt, dass der Erfolg des Teams das Wichtigste im Leben ist", sagt der 63-Jährige, der jeden Morgen zuerst die französische Sportzeitung "L'Equipe" liest, bevor er zu den Finanzblättern greift.

Der im französischen Metz aufgewachsene Sohn eines Kunstglasers hat die Elitehochschule Ecole Polytechnique absolviert. Er gilt als außerordentlich zäh und ausdauernd. Zum Angebot des indischen Stahlmoguls Lakshmi Mittal sagte er anfangs: "Die Schlacht hat begonnen und wir werden gewinnen." Mit dieser Prognose behielt er zwar unrecht, konnte Mittal für das Zusammengehen mit Arcelor aber größere Zugeständnisse abtrotzen, als dieser ursprünglich machen wollte. Und nach der Einigung mit Mittal, künftig gemeinsam Stahl zu kochen, bleibt Dollé im Amt.

Schon häufig hatte sich Dollé in schwierigen Situationen behauptet. Im französischen Usinor-Konzern, bei dem er seit 1980 tätig war, gelang ihm die nahezu reibungslose Integration mehrerer Stahlunternehmen. Und nach seiner überraschenden Berufung auf den Arcelor-Chefsessel Ende 2001 vollzog er den Zusammenschluss von Usinor, Arbed aus Luxemburg und der spanischen Aceralia zur neuen Stahl-Großfamilie. Bei Arcelor läuft sein Vertrag noch bis Oktober 2007. (APA/dpa)

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