USA: Pentagon stuft Homosexualität als "Geistesstörung" ein

29. Juni 2006, 11:43
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Kongressmitglieder fordern, die Direktive zurückzuziehen

Washington - Homosexualität wird bei den US-Streitkräften weiterhin offiziell als "Geistesstörung" eingestuft. Das geht aus einem kürzlich in Washington bekannt gewordenen Dokument des Pentagon hervor, das von ForscherInnen der University of California ans Licht gebracht wurde. In der Direktive mit der Nummer 1332.38 wird Homosexualität in einer Liste von "Geistesstörungen" aufgeführt, zusammen mit Persönlichkeitsstörungen und mentaler Unterentwicklung.

Das Dokument stammt aus dem Jahr 1996, wurde aber erst vor drei Jahren in seiner Gültigkeit bestätigt, wie das Zentrum für das Studium sexueller Minderheiten an der University of California mitteilte.

In einem Brief an Verteidigungsminister Donald Rumsfeld forderten neun Mitglieder des Kongresses, die Direktive zurückzuziehen. Es sei "enttäuschend", dass das Pentagon die Homosexualität immer noch derart beurteile, obwohl schon vor mehr als 30 Jahren die Wissenschaft zu dem Schluss gelangt sei, dass die Homosexualität keineswegs ein mentaler Defekt sei, sagte der Abgeordnete Marty Meehan von den oppositionellen Demokraten. Ein Sprecher des Pentagon sagte, die Direktive werde derzeit "überprüft". Die Homosexualität von Soldaten und Soldatinnen ist per se kein Grund für den Ausschluss aus der US-Armee, allerdings sind homosexuelle Handlungen innerhalb der Streitkräfte strikt untersagt. (APA)

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