Kärntens Verkehrsreferent sieht "absoluten Erfolg"

26. Juni 2006, 14:06
2 Postings

Dörfler: Section-Control-Anlage soll jetzt zwischen Katschbergtunnel und Spittal/Drau eingesetzt werden

Klagenfurt - Der Kärntner Verkehrslandesrat Gerhard Dörfer (B) zog am Montag eine sehr positive Bilanz des zweimonatigen Tempo-160-Tests auf der Tauernautobahn. Die Geschwindigkeiten bei Schlechtwetter und starkem Verkehrsaufkommen seien in Summe wesentlich reduziert worden. "Wenn es um kontrollierte Geschwindigkeiten geht, war der Test ein absoluter Erfolg" sagte Dörfler im Gespräch mit der APA.

Der Verkehrslandesrat will jetzt die Section-Control-Anlage auf der Tauernautobahn zwischen dem Katschbergtunnel und dem Wolfsbergtunnel vor Spittal/Drau zu Einsatz bringen. Trotz großer Investitionen in Lärmschutzwände würden die Bewohner des Liesertales vor allem während der Nachtstunden durch zu schnell fahrende Auto beeinträchtigt. Deshalb sollte laut einem einstimmigen Landtagsbeschluss auf dieser Strecke während der Nacht eine erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h gelten und mittels Section Cantrol lückenlos überwacht werden.

Positive Bilanz des ÖAMTC

Eine äußerst positive Bilanz des am Freitag endenden Versuchs mit Tempo 160 zieht auch der ÖAMTC. "Extreme Tempoüberschreitungen, wie es sie früher gegeben hat, sind auf der Probestrecke nicht mehr vorgekommen. Die eingehaltenen Sicherheitsabstände wurden meist deutlich größer", erklärte am Montag Verkehrsexperte Willy Matzke.

Den größten Sicherheits- und Umweltgewinn hat demzufolge das im Testbetrieb verfügte Überholverbot für Lkw gebracht. Gefährliche Bremsmanöver hinter ausscherenden Schwerfahrzeugen und anschließende Beschleunigungen, bei denen Lärm und Abgas-Emissionen auf ein Vielfaches steigen, seien weggefallen. "In Summe wurde langsamer und harmonischer gefahren", sagt Matzke. Unfälle habe es nur bei Nacht oder Regen gegeben, als ohnedies niedrigere Tempolimits - wie Tempo 110 oder sogar Tempo 80 - galten.

Die meisten geahndeten Geschwindigkeitsüberschreitungen auf der Teststrecke betrafen Lkw während der Nachtzeit, in der für sie Tempo 60 gilt. "Moderne Lkw sind auf 80 Stundenkilometer verbrauchsoptimiert und bei diesem Tempo meist auch leiser", erklärte Matzke. Daher fordert der ÖAMTC, "das praxisfremde Tempolimit 60 aufzuheben", dafür aber Tempo 80 genau zu kontrollieren.

"Auch wenn der Versuch in wenigen Tagen endet, soll die errichtete Verkehrsbeeinflussungsanlage unbedingt stehen bleiben", verlangt der ÖAMTC-Verkehrsexperte. "Selbst wenn sie keine höheren Limits mehr anzeigt als 130 Stundenkilometer, kann damit weiterhin bei Schlechtwetter das Tempolimit gesenkt werden." Außerdem sollte das auf dieser Strecke generell verfügte maximale Tempo 110 in der Nacht damit elektronisch angezeigt werden. (APA)

Share if you care.