Breuel bleibt cool

10. Juni 2000, 13:51

Die Generalkommissarin der Weltausstellung spricht von "Anfangsschwierigkeiten" und setzt auf Zeit

Hannover/Graz - Die Generalkommissarin der Weltausstellung in Hannover, Birgit Breuel, sieht derzeit wegen des unter den Erwartungen liegenden Besucher-Zustroms keinen Anlass zur Panik: "Die Zeit ist noch viel zu kurz, um ein Resumee zu ziehen", sagte Breuel vor österreichischen Journalisten in Hannover. Sie sprach lediglich von "Anfangsschwierigkeiten", gefragt seien "intelligente Lösungen", so die Spitzen-Managerin der deutschen Weltausstellung. Auch Expo-Geschäftsführer Reinhard Volk wiegelte ab: Wichtig seien die Inhalte, "die Diskussion über Ticket-Verkäufe wird wieder abebben".

Birgit Breuel sprach in ihrer Bilanz über die erste Expo-Woche darüber, dass es sich um einen viel zu kurzen Zeitraum handle, um jetzt endgültige Schlüsse zu ziehen: "Wer fünf Monate Zeit hat, kommt nicht in den ersten zwei Tagen." Entscheidend sind für die Generalkommissarin "die Inhalte, nicht die Zahlen". Sie verwies in diesem Zusammenhang auf die "unglaublich hohe Besucherzufriedenheit": 90 Prozent jener Personen, die die Weltausstellung besucht haben, hätten angegeben, die Expo "unbedingt weiterempfehlen" zu wollen. Insofern sei auf Zeit zu setzen, so Breuel, "und das dauert eben". Auch die mediale Kritik sieht die Spitzenmanagerin gelassen: "Das ist eine alte Erfahrung."

Auch Expo-Geschäftsführer Reinhard Volk sieht in der derzeitigen Situation keinen Anlass zu Dramatik: "Wir haben uns Jahre lang vorbereitet, was wir geschaffen haben, kann sich sehen lassen". Auch er setzt auf inhaltliche Komponenten: Die Diskussionen würden "abebben", viel wichtiger als der Streit um Ticket-Verkäufe "ist für uns, wie etwa der 'Themenpark' läuft". Nach Expo-eigenen Befragungen wollten 70 Prozent jener Besucher, die bereits einmal das Gelände besucht haben, "auf alle Fälle wieder kommen".

Dass sich an der Expo-Preisgestaltung nichts ändern wird, machten beide Manager klar: Breuel sagte bezüglich der immer wieder geäußerten Vorwürfe, dass vor allem die Gastronomie zu teuer sei, dass die Preisgestaltung im Verantwortungsbereich der einzelnen Gastwirte liege. "Jeder muss selber entscheiden, welche Preise angemessen sind". Man habe im vorhinein als unterste Grenze dessen, was eine Familie auf der Expo ausgeben würde, 100 Mark berechnet, diese Zahl würde "sicher" erreicht. An den Eintrittspreisen würde sich nichts ändern, allerdings würde die Zahl der Aktionen gesteigert. (APA)

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