Nach Stahl-Absage Warnung vor Spannungen

26. Juni 2006, 11:52
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Spekulationen über anti-russische Ressentiments - EU bezieht rund ein Viertel ihres Erdgases aus Russland

Moskau - Nach der überraschenden Absage des europäischen Stahlkonzerns Arcelor an Severstal hat die russische Presse vor politischen Spannungen gewarnt. Das Verhältnis zwischen Russland und der Europäischen Union drohe dadurch vor dem G8-Gipfel in St. Petersburg Mitte Juli belastet zu werden, schrieb die Wirtschaftszeitung "Kommersant" am Montag.

Präsident Wladimir Putin habe mehrfach unterstrichen, dass Russlands Haltung zu seinen Energielieferungen an Europa davon abhänge, wie weit die EU ihre Märkte für russische Unternehmen öffne. Die EU bezieht rund ein Viertel ihres Erdgases aus Russland.

Die Zeitung "Iswestia" sieht in dem Zusammenschluss zwischen Arcelor und dem weltgrößten Konzern Mittal Steel zu Ungunsten von Severstal anti-russische Ressentiments im Spiel: Der Stahlunternehmer Lakshmi Mittal habe den Mythos der "russischen Bedrohung" beschworen und so die Arcelor-Aktionäre auf seine Seite gebracht. Die Zeitung "Nesawisimaja Gaseta" sieht dagegen in der vermeintlichen Allianz mit Severstal ein "brillantes Manöver" von Arcelor. Der Konzern habe dadurch seinen Wert deutlich nach oben getrieben. (APA/AFP)

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