Alonso wieder vor Schumacher

28. Juni 2006, 16:18
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Spanier mit viertem Sieg in Folge - Raikkönen als dritter Fahrer am Podest - Coulthard vom letzten Platz in die Punkteränge - Klien 11.

Montreal - Weltmeister Fernando Alonso hat seine dominierende Stellung in der Formel 1 am Sonntag in Montreal eindrucksvoll untermauert. Der 24-jährige Renault-Pilot aus Spanien gewann im Grand Prix von Kanada bereits sein fünftes Rennen in Folge und baute seinen Vorsprung auf den zweitplatzierten Michael Schumacher zur Halbzeit der WM auf 25 Punkte aus. Der deutsche Rekordweltmeister hatte in einer dramatischen Schlussphase Vizeweltmeister Kimi Räikkönen überholt und auf Platz drei verwiesen. Der Österreicher Christian Klien verpasste als Elfter WM-Punkte.

Weltmeister das Maß

Alonso war auf dem "Circuit Gilles Villeneuve" erneut das Maß aller Dinge. Der Asturier war zum fünften Mal in Folge aus der Pole Position in einen Grand Prix gegangen, fuhr mit Ausnahme seiner Boxenstopps, bei denen Räikkönen kurzfristig die Führung übernahm, quasi einen Start-Ziel-Sieg ein. Der finnische Vizeweltmeister hatte den WM-Leader in den insgesamt 70 Runden lediglich einmal ernsthaft attackiert - im elften Umlauf.

Erst eine Safety-Car-Phase nach Unfall von Lokalmatador Jacques Villeneuve schob das Feld im finalen Achtel des Grand Prix wieder zusammen. Alonso hatte zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als 20 Sekunden Vorsprung, brachte am Ende 2,1 auf Schumacher und 8,8 auf Raikkönen ins Ziel. Während Räikkönen in der Schlussphase von Reifenproblemen heimgesucht wurde, fuhr Alonso den 100. Sieg für Reifenhersteller Michelin in der Königsklasse ein.

Ein wichtiger Schritt

"Der Sieg ist ein weiterer wichtiger Schritt für mich und das Team. Es war aber auch ein hartes Rennen, viele hatten Probleme", sagte Alonso, der keinen der bisherigen 9 von 18 WM-Läufe außerhalb der besten zwei Plätze beendet hatte. Der Spanier hatte schon das gesamte Rennwochenende in eindrucksvoller Manier dominiert und den Grundstein zu seinem sechsten Saisonsieg - den insgesamt 14. seiner jungen Karriere und den ersten in Nordamerika - bereits im Qualifying gelegt.

Sein neben ihm aus der ersten Reihe gestarteter Teamkollege Giancarlo Fisichella kassierte für einen Frühstart eine Durchfahrts-Strafe durch die Box, beendete das Rennen auf Platz vier. Titelverteidiger Renault führt in der WM der Konstrukteure dennoch mit 34 Punkten Vorsprung auf Ferrari. Der Brasilianer Felipe Massa fuhr für die Italiener Rang fünf ein.

McLaren-Mercedes verlor trotz Räikkönens viertem Saison-Podestplatz weiter an Boden, weil Juan Pablo Montoya nach einer Kollision mit Williams-Youngster Nico Rosberg und wenige Runden später auch mit der Wand der Zielkurve ausgeschieden war. Der frisch vermählte Villeneuve beging seinen folgenschweren Fahrfehler in der 60. Runde, krachte mit seinem BMW Sauber in die Mauer.

Klien enttäuscht

Der kanadische Ex-Weltmeister war neben Klien von Platz elf in sein womöglich letztes Heimrennen gegangen. Der Vorarlberger profitierte zwar von vier Ausfällen vor ihm gestarteter Piloten, fiel in den finalen Runden aber vom neunten Zwischen- auf den elften Endrang zurück. Sein Teamkollege David Coulthard fuhr hingegen nach einem Manöver gegen Honda-Pilot Jenson Button als Achter noch in die Punkte-Ränge. Dabei war der Schotte nach einem Wechsel des Ferrari-Motors von der hintersten Position ins Rennen gegangen.

Klien hatte im Finish ein technisches Problem. "Ich glaube, mir ist in der Haarnadel gegen Ende des Rennens der erste Gang kaputt gegangen, daher bin ich von der Linie abgekommen. Ich kam in den Schotter und habe zwei Plätze verloren. Davon abgesehen, war das Rennen okay", meinte der Vorarlberger, für den schon die Startphase nicht optimal verlaufen war.

"Gleich nach dem Start hat mich Massa in die Wiese abgedrängt, da habe ich auch einige Positionen eingebüßt. Danach war ich ziemlich zufrieden mit meinem Rennen. Es ist nur schade, dass am Ende kein Punkt herausgekommen ist."

Coulthard dürfte damit weiterhin deutlich bessere Chancen auf ein Red-Bull-Cockpit für die kommende Saison haben. Klien droht hingegen der "Abstieg" in das Red-Bull-Zweitteam Scuderia Toro Rosso. Deren Piloten beendeten das Hitzerennen in Montreal auf den Plätzen 10 (Scott Speed) und 13 (Vitantonio Liuzzi). Red Bull Racing soll kommende Saison allerdings Gerüchten zu Folge mit Renault-Motoren ausgerüstet werden. Deren Stärke und Standfestigkeit belegt Weltmeister Alonso Rennen für Rennen. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Alonso führt das Feld an.

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