Krach in FIFA, Bhamjee schießt zurück

25. Juni 2006, 17:32
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Wegen Verkauf von Tickets in die Kritik ge­ratenes Exekutivmitglied greift nun seiner­seits Funktionäre an und sieht sich als Opfer einer Kampagne

Johannesburg - Das nach dem illegalen Verkauf von WM-Tickets in die Kritik geratene FIFA-Exekutivmitglied Ismail Bhamjee hat schwere Vorwürfe gegen Top-Funktionäre des Weltfußballverbands (FIFA) erhoben.

Die südafrikanische Zeitung "City Press" zitierte Bhamjee in einem Exklusivinterview mit den Worten: "Der Zwischenfall war konstruiert. Ich war überrascht von der prompten Reaktion gegen mich, weil bestimmte FIFA-Funktionäre weitaus schlimmere Verbrechen begangen haben." Zudem sei es zwar unethisch, aber nicht illegal gewesen, die ihm zugestandenen Tickets verkauft zu haben.

"Bei FIFA-Funktionären ist es übliche Praxis, aber mich hat man zum Sündenbock gemacht", sagte Bhamjee dem Blatt. Er sei zudem mit einer Täuschung gezwungen worden, eine vorbereitete Schulderklärung zu unterschreiben. "Mir wurde gesagt, dass alles vorbei sei, sobald ich unterschrieben hätte."

Ohne Namen zu nennen behauptete er, "bestimmte FIFA-Spitzenfunktionäre" hätten ihm bewusst eine Falle gestellt. Er sei zu naiv gewesen, um das zu merken. Unterstützung bei der Einschätzung erhielt er vom stellvertretenden FIFA-Präsidenten Jack Warner aus Trinidad und Tobago. Die Zeitung zitierte ihn mit den Worten: "Er war das Opfer einer Falle. Sie ist Teil einer andauernden Kampagne gegen schwarze Funktionäre."

Bhamjee war nach dem illegalen Verkauf von zwölf WM-Tickets an vermeintliche Fans zum Verlassen der WM aufgefordert worden und in seine Heimat Botswana zurückgeflogen. Aus dem ihm von der FIFA zugestandenen Kontingent soll Bhamjee Karten zum dreifachen Preis veräußert haben. Im Interview behauptete er, das Geld sei an ein SOS-Kinderdorf in Deutschland gegangen. (APA/dpa)

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